Wie wirkt Mentaltraining?

Vielleicht gehörst du zu den skeptischen Menschen, wenn es um das Thema Mentaltraining geht. Der Begriff taucht inzwischen immer öfter in den Medien auf. Bücher, Zeitschriften und Dokumentationen beschäftigen sich damit und gerade im Spitzensport ist Mentaltraining präsent. Du bist neugierig geworden und willst mehr erfahren? Dich beschäftigen viele Fragen rund um das Thema und du weißt nicht so recht, wie du damit umgehen willst?

In diesem Blog will ich dir ein paar Antworten auf folgende Fragen geben: Was kannst du dir unter dem Begriff „Mentaltraining“ genau vorstellen? Kann jeder Mentaltraining lernen? Wie wirksam ist es? Wie schnell wirkt es? Wirkt es immer? Wirkt es bei jedem gleich? Was muss ich beitragen? Warum sind manche Techniken wirkungsvoller als andere? Alles, was ich hier schreibe, entspricht meiner persönlichen Erfahrung und Meinung.

Was ist Mentaltraining?

Die Möglichkeiten sind breit gefächert.

Im Mentaltraining nutzt du die Macht der Imagination.

Dadurch kannst du Einfluss auf deine physischen und kognitiven Reaktionen nehmen und deine Stimmung beeinflussen. Denn dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen einer vorgestellten und einer realen Situation. Du lernst, deine Reaktionen besser zu kontrollieren. Du beschäftigst dich mit deinen Zielen und verbesserst deine Achtsamkeit und Konzentration. Dadurch bleibst du länger leistungsfähig und kannst Spitzenleistungen genau dann abrufen, wenn du sie benötigst. Mentaltraining setzt auch an deinen Glaubenssätzen an – also den Regeln, die du verinnerlicht hast über dich und die Welt. Dabei werden limitierende Glaubenssätze aufgelöst und gegen hilfreichere ersetzt. Dein Selbstbewusstsein wird gestärkt und deine Grundhaltung für herausfordernden Situationen verbessert. Du lernst, dich leichter und schneller zu entspannen. Du kannst durch gezieltes Training lernen, dich mental abzuhärten und dadurch besser mit kritischen Situationen umzugehen. Du kannst dir auch neue Fähigkeiten und Denkstrategien erschließen.

Kann jeder Mentaltraining lernen?

Natürlich!

Es ist ganz egal, wie alt du bist und welche Vorerfahrungen du hast, wenn du mit einem Mentaltraining startest.
Du kannst seine Wirkung immer zu deinem Vorteil und Wachstum nutzen.

Damit du optimal davon profitieren kannst, ist es sinnvoll, im Vorfeld deine Ziele genau abzuklären und zu definieren. Darauf aufbauend solltest du einen konkreten Trainingsplan erstellen. Dabei wird die Art der verwendeten Techniken und die Dauer des Trainings festgelegt. Ein solcher Trainingsplan ist wie ein guter Maßanzug – genau auf deine persönlichen Stärken und Bedürfnisse abgestimmt. Je nach deiner Entwicklung wird der Trainingsplan bei Bedarf individuell adaptiert.

Wie wirksam ist Mentaltraining?

Eines gleich vorweg: Mentaltraining kann und soll keine psychologische, psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung ersetzen. In einem solchen Fall ist eine therapeutische Behandlung durch einen Arzt deines Vertrauens sinnvoll. Es existieren sehr viele unterschiedliche Mentaltechniken für fast alle Lebensbereiche. Aus meiner Erfahrung gibt es grundsätzlich drei Zugänge zu mentalen Techniken:

Techniken, die unmittelbar wirken

Es existieren viele Mentaltechniken, die du rasch erlernen und einfach durchführen kannst. Die meisten Techniken, die ich hier anbiete, fallen in diese Kategorie. Du merkst schon während oder nach der ersten Anwendung, dass sich für dich etwas zum Positiven verändert. Dann bedeutet es dranbleiben und die Methode möglichst regelmäßig zu praktizieren.

Techniken, die etwas Zeit und Anpassung benötigen

Einige Techniken benötigen eine Weile, bis sie für dich ihre volle Wirkung entfalten. Hier kann es sinnvoll sein, ein wenig zu experimentieren und sie so zu adaptieren, dass du deinen ganz persönlichen Zugang dazu findest. Nicht jeder Geist ist gleich und oft bewirken nur kleine Anpassungen einen großen Unterschied. Gerne unterstütze ich dich dabei, einen individuellen Zugang mit dir gemeinsam zu entwickeln.

Techniken, die dir nicht liegen

Es existieren natürlich auch Techniken, die dir einfach nicht liegen und überhaupt nicht zu deinen Denkstrategien und deiner Persönlichkeit passen.

Ein Beispiel aus meiner eigenen Praxis: Eines Tages bin ich auf eine neue, vielversprechende Entspannungstechnik gestoßen. Sie war so aufgebaut, dass man sich vorstellen sollte, auf den Grund eines stillen Sees hinab zu sinken. Dort, am Grund des Sees, sollte man in der Schwerelosigkeit des Wassers die Stille genießen und dabei beobachten, wie die Luftblasen des eigenen Atems langsam nach oben an die Wasseroberfläche stiegen.

Schon wenige Augenblicke, nachdem ich mit dieser Technik experimentiert hatte, wurde mir klar, dass diese Vorstellung bei mir keine Entspannung auslöste – ganz im Gegenteil. Warum? Ich bin kein guter Schwimmer und um ehrlich zu sein ist das Wasser nicht mein favorisiertes Element, in dem ich mich wohl fühle. Dazu kam, dass das Wasser in einem See kalt ist (was mein Unterbewusstsein ebenfalls nicht als entspannend einstufte).

Zu guter Letzt ertappte ich mich dabei, wie ich bei dieser Übung unwillkürlich instinktiv versuchte, meinen Atem anzuhalten. Denn in mir stieg das Gefühl hoch, dass ich sonst ertrinken würde, wenn ich zu lange Zeit unter Wasser verbringen würde. Ich ließ diese Übung fallen, denn sie war total ungeeignet für mich. Es ist aber durchaus möglich, dass sie bei jemandem, der leidenschaftlich gerne schwimmt und taucht und sich gerne in dieser Umgebung aufhält, ganz andere Assoziationen dazu entwickelt. Dann hätte diese Technik wahrscheinlich auch eine ganz andere Wirkung.

Wie schnell wirkt Mentaltraining?

Wie im vorangegangenen Kapitel erwähnt, wirken die meisten Techniken unmittelbar. Bei den meisten Techniken kann man die Wirksamkeit allmählich steigern, wenn man sie regelmäßig trainiert und seinen persönlichen Zugang anpasst. Unser Gehirn benötigt manchmal Zeit, um sich daran zu gewöhnen und sie „anzunehmen“.

Im Mentaltraining verhält es sich ähnlich wie beim Muskeltraining. Auch hier gilt „use it or loose it!“

Wenn du das Training vernachlässigst oder einstellst, können bereits entwickelte Fähigkeiten wieder verblassen.

Wirkt Mentaltraining bei jedem gleich?

Die Wirkung ist meist sehr ähnlich, aber die Interpretation und die individuelle Wahrnehmung kann je nach Persönlichkeit variieren.

Was muss ich beitragen?

Mentaltraining kann dich dabei unterstützen, deine Gedanken neu auszurichten, deine Leistungen zu steigern und deinem Leben durch ein positives Mindset eine neue Richtung zu geben. Dazu braucht es aber deine innere Bereitschaft und deinen persönlichen Einsatz. Du musst es für dich selbst wollen.

Ich hoffe, ich konnte dir hier einige Fragen beantworten. Wenn du noch weitere Fragen hast, kontaktiere mich per Email.

Jetzt liegt es an dir. Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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