Motivation – das Feuer, das in dir brennt

Die Motivationspsychologie ist der wohl am besten erforschte Bereich der Psychologie. Denn die Frage: was treibt uns alle an und wie können wir uns Begeistern, beeinflusst alle Bereiche unseres Lebens. Motivation bedeutet Leistung und Leistung ist zu einer der wichtigsten Indikatoren in unserer Gesellschaft geworden. Gibt es hier wirklich eine geheime Formel? Wieso bleiben manche Menschen an ihren Zielen dran und nehmen dafür teilweise unglaubliche Mühen auf sich, während andere bereits nach kurzer Zeit aufgeben?

Sind Bedürfnisse der Schlüssel?

Die theoretische Annahme war, dass jedem Verhalten ein Motiv zugrunde liegen muss, das unsere Handlungen steuert. Ein Psychologe, der sich dem Einfluss unterschiedlicher Motive widmete, war Abraham Maslow. Er ging davon aus, dass – erst wenn grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung und Kleidung erfüllt sind – neue Bedürfnisse wie Sicherheit, soziale Bedürfnisse und schließlich Selbstentwicklung in unseren Fokus rücken. Daher ordnete er sie hierarchisch an. Das Modell der Bedürfnispyramide war geboren. Doch Bedürfnisse können ganz unterschiedlich gewichtet sein. Im Laufe unseres Lebens ändern sie sich oft grundlegend, ebenso wie unsere persönlichen Lebensumstände.

Was in unserer Jugend enorm wichtig für uns war, verliert später an Bedeutung und umgekehrt.

Während wir vielleicht zu Beginn unserer Berufslaufbahn danach streben, Karriere zu machen und dafür Überstunden und lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, wird es für uns später wichtiger, eine gute Work-Life Balance zu leben und wir schlagen ein Angebot aus, dass uns vielleicht mehr Geld verspricht, dafür aber mehr Überstunden und viel mehr Stress bringt. Auch soziale Entwicklungen in unserem Leben können unsere Perspektiven grundlegend ändern. Während wir zu Anfang nur für uns selbst verantwortlich sind, bekommt das Wohl unserer Familie und unserer Kinder später einen viel wichtigeren Stellenwert, sobald wir Eltern geworden sind.

Auch Steven Reiss versuchte dem Geheimnis der Motivation auf die Spur zu kommen. Er entwickelte nach eigenen Angaben mit Studenten und Bekannten ursprünglich eine Liste von 400 Werten, Zielen und Motiven. Durch die anschließende Befragung von 400 Erwachsenen und eine statistische Faktorenanalyse fasst er sie schließlich zu 16 Grundmotive wie Macht, Neugier, Ehre oder Anerkennung zusammen. Diese sind unterschiedlich stark in uns ausgeprägt und leiten unser Handeln. Durch einen Test kann man seine Ausprägung (das Reiss-Profil) ermitteln. Damit soll es möglich sein, das Verhalten von Menschen vorauszusagen.

Intrinsisch oder Extrinsisch?

Eine andere Theorie teilt Motivation grundsätzlich in zwei Arten von Anreizen – intrinsische (lateinisch intrinsecus „inwendig“ oder „hineinwärts“) also „von innen kommend“ und das Gegenteil – extrinsische, also  „von außen kommend“. Der Spaß oder die persönliche Herausforderung, etwas zu tun wäre somit ein intrinsisches Motiv – die Prämie für den Abschluss einer Arbeit spricht einen extrinsischen Motivator an. Klingt logisch soweit, doch die Sache hat auch hier einen kleinen Haken. Man hat das bei Tests mit Kindern herausgefunden. Die meisten Kinder zeichnen und malen grundsätzlich gerne. Das Spiel mit Farben und Formen macht einfach Spaß – egal wie das Ergebnis aussieht. Nach einiger Zeit hat man den Kindern eine kleine Summe Geld geboten, wenn sie dafür Bilder malen würden. Anfangs schienen die Kinder begeistert – etwas Geld für ein paar Süßigkeiten klang äußerst verlockend. Doch schon nach kurzer Zeit zeigte sich bei allen Kindern derselbe, gegenteilige Effekt: sie verloren die Lust am Malen. Desinteresse bis hin zu Abneigung gegenüber dem Malen machte sich breit. Die Schlussfolgerung daraus war klar – extrinsische Belohnungen können intrinsische Motivation zerstören – oder zumindest einen sehr negativen Einfluss auf sie haben. Trotzdem nehmen Prämien und andere Anreizsysteme in der modernen Arbeitswelt einen immer größeren Stellenwert ein – mit allen damit verbundenen Folgen und Konsequenzen.

“Extrinsische Belohnungen können intrinsische Motivation zerstören.”

„Hin zu“ oder lieber „Weg von“

Anders betrachtet stellten sich Forscher die Frage: Tun wir etwas, um auf ein Ziel hinzusteuern – also „hin-zu“? Oder wollen wir lieber etwas Unangenehmes mit allen Mitteln von uns fernhalten – also „weg-von“. Einer dieser beiden Antreiber hat immer wieder ein wichtiges Wörtchen mitzureden, wenn es um den persönlichen Antrieb geht. Wenn du dir die Zeit nimmst, dein Handeln aus Vergangenheit und Gegenwart unter diesem Aspekt zu betrachten, bekommst du recht schnell eine Ahnung, welche Beweggründe dich anleiten.

Wie entzünde ich mein Feuer der Begeisterung?

Die Zutaten für nachhaltige Motivation sind Begeisterung und Neugierde.

Der Spruch „Was du gerne machst, machst du auch gut.“ hat hier seine Berechtigung. Freude an dem, was du tust ist ein wichtiger Schlüssel. Auch wie du den Sinn deines Tuns für dich bewertest, spielt eine Rolle. So mag ein auf den ersten Blick eine anstrengende oder langweilige Tätigkeit sehr motivieren, weil du genau weißt, dass du mit deiner Arbeit zu einem größeren Ganzen einen entscheidenden Beitrag leistest.

Dabei muss dein Ziel gar nicht eng gefasst sein. Ein klares Ziel, das dich leitet, solltest du allerdings schon haben. Es kann z.B. lauten, dich ganz allgemein weiter zu entwickeln und Grenzen zu überwinden. Oder Spaß am Lernen zu haben und dein neu erworbenes Wissen und deine Fähigkeiten sinnstiftend einzusetzen. Du setzt sie erfolgreich ein. Du kannst deine Fortschritte klar erkennen und erfreust dich an ihnen. In einer solchen Erfolgsspirale wird vieles möglich und die Ausdauer, die du dafür aufbringen musst, um Hindernisse zu überwinden, wird dadurch nur ein notwendiger Schritt auf deinem Weg. Eine große Auswahl unterschiedlicher Mentaltechniken findest du auf meiner Seite. Suche dir die für dich passenden aus und starte noch heute damit, deinen Geist zu stärken.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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