Mentaltraining in den Alltag integrieren

Mentaltraining ist eine tolle Sache! Es kann dein Leben und dein Bewusstsein verändern. Es kann dich dabei unterstützen, glücklicher und erfolgreicher zu werden und richtig durchzustarten. Die Anwendungsbereiche sind fast unbegrenzt.

Du willst dein Lampenfieber abbauen um bessere Präsentationen und Vorträge zu halten und souveräner zu wirken? Mit den richtigen Techniken ist das keine Hexerei. Du möchtest deine Konzentration steigern und deine Achtsamkeit trainieren? Machbar. Du willst dich im Sport verbessern? Oder dich besser Motivieren? Das schaffst du mit einem kontrollierten Geist. Vielleicht möchtest du gerne lästige Gewohnheiten loswerden oder dir gute antrainieren? Das klappt! Nur eines muss ich dir ehrlich sagen – Mentaltraining ist kein Wundermittel, um dein Denken innerhalb von Sekunden grundlegend zu verändern und ohne Training deine mentale Stärke ins Unermessliche zu steigern.

Das Geheimnis des Erfolges

Das ist jetzt vielleicht ein wenig überspitz formuliert, aber auf solche oder ähnliche Erwartungen stoße ich immer wieder. Oft werde ich gefragt, ob es denn eine „geheime Zutat“ gibt, die den Erfolg verspricht. Ja, die gibt es tatsächlich, und sie ist gar nicht so geheim. Ich verrate sie dir hier – die Wirksamkeit von mentalem Training beruht auf drei einfachen Dingen:

1. einer passenden Auswahl von Techniken

2. einem methodischen Vorgehen

3. der Fähigkeit, dran zu bleiben und sie in das eigene Leben zu integrieren

Von diesen drei „Eckpfeilern“ ist vor allem Punkt 3 ein entscheidender Faktor. Ein paar allgemeine Tipps und Tricks sind vielleicht recht schnell zur Hand. Manche solcher „Erfolgsrezepte“ sind aber nur bedingt wirksam, wenn sie oberflächlich angewendet werden, oder wenn du die Hintergründe und Wirkungsweisen dazu nicht genau kennst. Denn gerade wichtige Grundlagen und wie sie mit deinem Denken, deiner Persönlichkeit, deinen Gewohnheiten und deinem Alltag in Verbindung stehen, machen einen wichtigen Teil der Wirksamkeit aus.

Brücken bauen in ein neues Land

Jede mentale Veränderung bezieht ihre Wirksamkeit daraus, dass du dich mit ihr verbindest und „anfreundest“. Das bedeutet, einen stabilen Weg zu ihr erschaffen und dranbleiben. Am Anfang bist du wahrscheinlich „Feuer und Flamme“ und deine Begeisterung ist wahrscheinlich groß (wie das in der Regel bei den meisten neuen Dingen ist). Du stürzt dich ordentlich rein, krempelst die Ärmel hoch und gibst erstmal richtig Gas. Aber nachdem diese anfängliche Euphorie verflogen ist, kehren schleichend die alten Denkmuster zurück. Die (Denk-) Gewohnheiten des Alltags nehmen wieder ihren Platz in deinem Kopf ein und der tägliche Trott lässt dich vergessen, was du eigentlich alles verändern wolltest. Du kennst das vielleicht aus unterschiedlichen Vorhaben aus deiner Vergangenheit, die du umsetzen wolltest, am Ende aber doch damit gescheitert bist.

Genau jetzt kommt der entscheidende Moment. Denn wenn du jetzt dranbleibst, wirst du nachhaltig Erfolg haben. Dazu ist es wichtig zu verstehen, dass sich in deinem Gehirn über viele Jahre oder gar Jahrzehnte bestimmte neuronale Netzwerke entwickelt haben. Sie sind gewachsen, indem du immer wieder das gleiche gedacht, gesagt und getan hast. Jetzt hast du vor, diese im wahrsten Sinn des Wortes „eingefahrenen Strukturen“ zu verändern und neue Straßen in deinem Gehirn bauen. Aber das braucht seine Zeit. Dein Gehirn kann sich in jede Richtung verändern. Aber solche neuen Netzwerke bilden sich auch wieder dadurch, dass du sie immer wieder verwendest. Deine Einstellung macht den Unterschied.

Hier ein kleiner Tipp:

Der Zucker für dein Gehirn sind positive Emotionen und eine Bedeutung, die du deinem Training verleihst.

Egal, was du mit dem mentalen Training verändern oder entwickeln willst – wenn du das bewusst mit einer wichtigen Bedeutung für dich verbindest, werden von deinem Gehirn neue Verbindungen viel schneller geknüpft. Das ist dann das sogenannte „Commitment“. Welchen Werten willst du dich verschreiben? Wenn du mehr über Commitments erfahren willst, empfehle ich dir meinen Blog und Podcast zu diesem Thema Die Kraft von Commitments.

Abenteuer mentales Training

Mit erfolgreichem Mentaltraining verhält es sich ebenso. Wenn du mit dem Mentaltraining genauso umgehst, wirst du sehr schnell merken, was sich alles in dir verändert. Deine Erfolge geben dir mehr Sicherheit und spornen dich zusätzlich an. Aus unterschiedlichen Techniken wird ein Abenteuer. Der Weg, den du damit zu dir selbst beschreitest, führt dich zu neuen Erkenntnissen und Möglichkeiten. Die Faszination macht dich stark. So machst du deine mentalen Fähigkeiten zu einem bewussten Begleiter für deine Entwicklung.

Damit du gezielt arbeiten kannst, hast du dir passende Ziele ausgearbeitet und einen Plan erstellt. Das sind deine Leitlinien. Damit kannst du prüfen, ob du noch auf dem richtigen Weg bist. Deine Erfahrungen und Erkenntnisse hältst du in einem mentalen Trainingsbuch fest. Damit dokumentierst du deinen Fortschritt. Rückschläge gehören für dich dazu. Sie sind notwendige Bestandteile des Erfolges und geben dir Hinweise, wo du dich verbessern kannst.

Ein Platz in deinem Leben

Im Alltag läuft nie alles perfekt. Er zwingt uns zu einem sehr flexiblen Rhythmus, unsere Beziehungen und unsere Familie verlangen nach besonderer Zuwendung und Zeit. Unser Geist ist nicht immer in dem perfekten Zustand, den wir uns wünschen würden. Und manchmal kommen uns einfach unsere Emotionen, Versuchungen oder Ablenkungen in die Quere. Kurz gesagt – es gibt immer Gründe für Ausreden, warum man etwas nicht machen kann, wieso es gerade jetzt nicht geht usw. Unter uns gesagt – es wird wohl nie der perfekte Moment kommen. Aber da du Mentaltraining machst, ergreifst du jede Gelegenheit. Du veränderst deine Umstände und nutzt deine Möglichkeiten. Du bist smart und clever und machst das Beste draus – auch das gehört zum Mentaltraining. Denn genau diese Einstellung macht dich am Ende stark und erfolgreich.

Wie kannst du also dein Mentaltraining in deinen Alltag integrieren? Ich zeige dir hier vier Herangehensweisen.

1. Zu Zeiten trainieren, die sich sowieso ergeben

Nehmen wir an, du willst deine Entspannung verbessern, doch unter Tags vergisst du immer wieder darauf, oder findest keine Möglichkeit. Dann kannst du dir einen Alarm auf deinem Smartphone stellen, um dich zu erinnern, oder dir eine App zulegen, die solche Funktionen anbietet. Aber du kannst deine Entspannung auch vor dem Einschlafen trainieren. Ein guter Einstieg in einen erholsamen Schlaf, und du liegst ja schon entspannt in deinem Bett, oder? Oder du baust es in deine Morgenroutine ein, bleibst bewusst noch 15 Minuten länger liegen und machst dabei die Entspannungstechnik. Ein guter Start in den Tag.

2. An passende Tätigkeiten ankoppeln

Bei dieser Variante verbindest du dein Training mit bestimmten Tätigkeiten. Du willst dein Essverhalten umstellen? Dann starte mit den entsprechenden Techniken immer vor dem Kochen, bzw. Essen. Du willst dich in einen guten „State of Mind“ bringen? Dann gewöhne dir an, die entsprechenden Schritte während der Vorbereitung durchzuführen – etwa, wenn du deinen Vortrag noch einmal durchgehst, wenn du dich gerade aufwärmst oder dehnst vor dem Training.

Verbinde deine Tätigkeit mit den Techniken, die du dazu praktizierst.

Probiere aus, was für dich gut funktioniert und stimmig ist. Der Vorteil: durch den unmittelbaren Wechsel zwischen der mentalen und realen Durchführung gibst du dir ein unmittelbares Feedback. Damit kannst du Adaptionen vornehmen und Erfolge sofort wahrnehmen. Das verbessert die Entwicklung enorm. Kurz gesagt – du koppelst dein Training an Bereiche, die sich passend ergeben in deinen Tätigkeiten.

3. Pausen nutzen

Jeden Tag ergeben sich immer wieder Pausen. Egal ob es die Wartezeit in der Schlange ist, bei einem bestimmten Arbeitsschritt, während der Fahrt in den Öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei anderen Gelegenheiten. Solche Momente bieten sich geradezu an, um mental zu trainieren, denn die meisten Techniken dauern nur wenige Minuten. Das ist sozusagen eine „On-the-go Variante“. Damit trainierst du nebenbei auch die Fähigkeit, flexibel an unterschiedlichen Orten zu üben oder mit Ablenkungen fertig zu werden. Finde heraus, ob du dich mit dieser Herangehensweise wohl fühlst. Damit verlierst du keine Zeit und musst auch in einen hektischen Tag keine Extra-Einheiten einplanen. In Summe eröffnen sich damit viele Möglichkeiten, zu trainieren. Du wirst erstaunt darüber sein, wieviel Zeit zusammenkommen kann und wie gut du deine mentalen Fähigkeiten dadurch entwickeln kannst.

4. Eine tägliche Mentaltrainings-Auszeit nehmen

Hier läuft es ähnlich wie bei einer regelmäßigen Meditationspraxis ab. Du nimmst dir eine feste Zeit vor (sagen wir fünfzehn oder dreißig Minuten), in der du dich an einen ruhigen Ort zurückziehst und dir mit Mentalem Training etwas Gutes tust. Die Welt kann inzwischen „draußen“ bleiben. Das ist deine ganz persönliche Zeit. Mit so einer Praxis kannst du nebenbei auch noch deine Willensraft trainieren. Ähnlich wie wenn du ein Fitnesscenter besuchst oder deinen Hobbies nachgehst. Du nimmst den Aufwand dafür in Kauf, denn es macht dir ja Spaß. Es bereichert dein Leben. Du kannst natürlich auch deinem Mentaltraining so einen Stellenwert geben. Damit machst du das Mentaltraining zu einem fixen Bestandteil in deinem Alltag und deiner Lebensführung.

Du merkst schon – Möglichkeiten ergeben sich überall. Natürlich kannst du auch verschiedene Methoden miteinander kombinieren – etwa Pausen nutzen und das Training an passende Tätigkeiten ankoppeln.

Ich wünsche dir viel Spaß und tolle Fortschritte!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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