Mentaltraining im Radsport

Mentaltraining ist seit vielen Jahren aus dem Spitzensport nicht mehr wegzudenken. Mehr noch – es ist neben dem physischen Training und einer abgestimmten Ernährung zu einem unverzichtbaren Bestandteil für sportliche Höchstleistungen geworden. Was anfangs nur wenigen offen stand, ist heute für jeden engagierten Sportler zugänglich geworden, um seine Leistungen zu verbessern und Blockaden aufzulösen.

Dabei bringt jede Sportart ihre ganz eigenen Herausforderungen und Bedürfnisse mit. In diesem Blog will ich mich dem Radsport widmen. Es stellt sehr hohe Anforderungen an die eigenen physischen und mentalen Belastungsgrenzen und verlangt Körper und Geist alles ab. Wo auch immer du fährst – ein unsichtbarer Begleiter fährt immer mit: deine mentale Kraft, die Quelle deiner Energie. Im Wettkampf können bereits Kleinigkeiten über deine Stimmung, deine Motivation und dein Wohlbefinden entscheiden.

Wenn die Gedanken kippen, kostet das Kraft, Zeit und unter Umständen sogar den Sieg.

Intensive Vorbereitung, hochwertige Ausrüstung und optimale Ernährung, das alles sind wichtige Bausteine für den Erfolg. Dieselbe Achtsamkeit solltest du auch deiner inneren Kraftquelle widmen. Ein gezielter Umgang mit deinen mentalen Ressourcen gehört dazu.

5 unsichtbare Fahrer, die dich begleiten

Auf jeder Straße, wo immer du auch fährst, begleiten dich fünf unsichtbare Fahrer.

Sie sind unsichtbar, aber trotzdem übern sie einen Einfluss auf dich aus. In manchen Situationen ist es vielleicht nur einer, in anderen Augenblicken hast du es vielleicht sogar mit allen fünf zu tun. Sie sind deine „Schattenfahrer“ und du solltest sie gut kennen, um richtig mit ihnen umgehen zu können. Einige wirst du wahrscheinlich schon selbst getroffen haben. Lass sie mich Dir kurz vorstellen:

Der erste Fahrer – die Witterung

Auf dem Rad bist du immer der Witterung ausgesetzt. Kälte, Wind, Regen und Hitze beeinflussen nicht nur, wie sich der Untergrund anfühlt, auf dem du fährst, sondern auch, wie du dich fühlst. Um der Kälte besser zu begegnen helfen dir unter Umständen Techniken, um dich innerlich aufzuwärmen und so gut im Fluss bleiben zu können. Wind kann dich bremsen und so extra Energie kosten. Er fordert dir mehr Willenskraft ab. Regen ändert deine Sicht und die Fahrverhältnisse und kann deine Stimmung drücken, wenn du durchnässt bist. Bei Hitze solltest du mit deinen Kräften gut haushalten und die Anzeichen für unterschiedliche Grade körperliche Erschöpfung und Dehydrierung genau kennen. Bei allen Witterungsverhältnissen können dir gezielte mentale Techniken helfen, besser mit der Situation umzugehen.

Der zweite Fahrer – die Erschöpfung

Dieser Fahrer wird dir auf dem Rad früher oder später immer begegnen, je nach deinem Trainingsstand und der Strecke. Er lässt Gedanken ans Aufhören in dir entstehen und er kann deine Wahrnehmung verändern. Im Zustand akuter Erschöpfung nimmst du etwa Steigungen steiler wahr, als sie es tatsächlich sind. Dein Körper will dich damit vor weiterer Überlastung oder schädlichen Fehleinschätzungen bewahren. Eine gute mentale Vorbereitung lässt dich besser mit der Erschöpfung umgehen und hält deinen Fokus auf dein Ziel gerichtet.

Der dritte Fahrer – der Druck

In einem Rennen ist dieser Fahrer in deinem Geist wahrscheinlich fast permanent präsent. Du bist dir bewusst, dass hinter dir andere Fahrer nur auf ihre Gelegenheit warten, um dich zu überholen und gleichzeitig sind deine Gedanken schon auf den nächsten Fahrer vor dir gerichtet. Das verleitet dich vielleicht mehr als einmal dazu, einen schnellen Blick über deine Schultern zu riskieren. Das erzeugt Stress und kostet dich unnötig Kraft. Mit den passenden mentalen Strategien kannst du lernen, die Wirkung dieses Fahrers deutlich zu entschärfen.

Der vierte Fahrer – die Einsamkeit

Gerade auf Langstrecken Touren oder in gänzlich unbekanntem Territorium kann dieser Fahrer auftauchen. Fernab der Zivilisation gelten besondere Regeln, vor allem, wenn du ganz alleine unterwegs bist. Auch auf diese Situationen kannst du deinen Geist schon vor dem Start gezielt vorbereiten. Damit stärkst du deine Zuversicht und dein Durchhaltevermögen.

Der fünfte Fahrer – das Unplanbare

Eine Umleitung, die nicht vorgesehen war? Ein plötzlicher Wetterumschwung, der dich zu einer Pause nötigt? Ein Schaden am Rad oder ein Unfall, der dich dazu zwingt, ganz neu zu planen? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Dieser Fahrer taucht immer unvermutet auf – du siehst ihn nicht kommen. Doch du kannst dich vorab mit unterschiedlichen Situationen beschäftigen und dir so bereits effiziente Handlungsoptionen erarbeiten. Dazu machst du dir eine Liste der wahrscheinlichsten Ereignisse, die eintreten könnten. Dann entwirfst du dir optimale Verhaltensstrategien und etablierst sie in deinem Bewusstsein. Sollte auf deiner Tour tatsächlich ein solcher Fall eintreten, bleibst du ruhig und handlungsfähig, statt von Schock und Verwirrung überwältigt zu werden. Überraschungen können dich dann nicht mehr so leicht aus dem Konzept bringen. Das stärkt dein Selbstbewusstsein.

Bevor du los fährst…

Mentales Training beginnt aber schon abseits der (Renn-)strecke.

Lange bevor du in die Pedale trittst, solltest du dich mit folgenden Fragen beschäftigen:

Kennst du deine Ziele, Kondition, Strecke, Zeitvorgabe? Verschaffe dir Klarheit, entdecke hinderliche Denkmuster und löse blockierende Glaubenssätze auf. Baue gezielt deine Motivation auf, um auch unter widrigen Umständen stark zu bleiben und besser mit Rückschlägen und Niederlagen umgehen zu können. Entdecke die Leichtigkeit und den „Flow“ am Fahren – schließlich soll es ja auch Spaß machen, oder? Mit der richtigen Fokussierung genießt du das Fahren mehr, sparst Energie und entfesselst verborgene Leistungsreserven. Durch effiziente Entspannungstechniken kannst du deine Pausen optimal für die Regeneration nutzen. Wenn du gezieltes mentales Training einfließen lässt, holst du mehr aus deinem Sport heraus. Meine Seite bietet dir dazu eine große Auswahl an Techniken.

Starte los, um besser an dein Ziel zu gelangen.

Viel Kraft und Erfolg!

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