Mentale Einstellungen – Gewonnen wird im Kopf!

Begleite mich auf ein kleines Gedankenexperiment: Stelle dir zwei Sportler vor. Beide haben das gleiche Alter und Geschlecht, sind gleich gut trainiert und haben dieselben Fähigkeiten. Doch sie haben nicht dieselbe mentale Einstellung. Der Unterschied zwischen beiden: der eine praktiziert regelmäßig Mentaltraining, der andere nicht. Wer wird wohl mit größerer Wahrscheinlichkeit häufiger gewinnen?

Du hast es wahrscheinlich erraten – der Sportler, der Mentaltraining praktiziert wird öfter zu den Siegern gehören. Wieso ist das so? Sehen wir uns das einmal etwas genauer an…

Unsere Vorstellungen werden zu Realität

Durch gezieltes Mentaltraining gestaltet er einen ganz entscheidenden Bereich für seinen Erfolg aktiv mit. Er mobilisiert körperliche Ressourcen, erhöht seine Achtsamkeit und Konzentration und bleibt auch unter harten Wettkampfbedingungen fokussiert und positiv.

Das alleine sichert ihm bereits einen entscheidenden Leistungsvorsprung. Doch da kommt noch mehr. Dazu solltest du etwas Entscheidendes wissen.

Das Gehirn – so komplex es auch sein mag – unterscheidet nicht zwischen dem, was wir uns intensiv vorstellen und der Realität.

Für unser Gehirn ist beides gleichermaßen real. Ähnlich, wie wenn du in einem mitreißenden Kinofilm sitzt. Du „weißt“ natürlich, dass alles, was du auf der Leinwand gerade siehst, nicht der Realität entspricht. Doch dein Körper spricht dabei eine ganz andere Sprache, während du mit der spannenden Handlung mitfieberst. Dein Herzschlag steigt, deine Pupillen weiten sich, deine Atmung verändert sich, deine Hände beginnen zu schwitzen. Du lachst oder weinst, fühlst Freude, Angst, Ärger oder Trauer, bist plötzlich „mittendrinn“. Während dich die Handlung in ihren Bann zieht, reagiert dein Körper entsprechend. Die Kinesiologie macht sich diese Wechselwirkung zwischen mentalem Befinden und körperlichen Reaktionen zu nutze. Wenn du dich an angenehme Momente erinnerst, bleiben deine Muskeln stark. Führst du dir jedoch schmerzhafte und unangenehme Augenblicke in deinem Leben vor Augen, verlieren deine Muskeln plötzlich deutlich an Kraft und geben nach. Die Konsequenzen im Sport wären fatal. Denn im Wettkampf kann sich kein Sportler einen Augenblick der Schwäche erlauben. Daher ist es wichtig, dass du deine mentalen Vorstellungen nach deinen Bedürfnissen konstruierst und steuerst.

Gewonnen und verloren wird zwischen beiden Ohren

Als Boris Becker einmal von einem Reporter gefragt wurde, wie er denn seine Chancen für das nächstes Spiel einschätzen würde, winkte dieser nur entspannt ab mit dem Satz:

„Gewonnen und verloren wird zwischen beiden Ohren.“

Denn Boris Becker hatte die Partie bereits im Geist gespielt und gewonnen. Er hatte seinen Gegner genau analysiert und kannte seine Art zu spielen, seine Stärken und Schwächen. Darauf aufbauend simulierte er das Spiel mental und krönte es mit einem klaren Sieg. Während er die Partie in seinem Kopf Satz für Satz durchspielte, kämpfte er um jeden Punkt genauso hart wie am Platz. In seinem Geist spielte er mit Varianten und Strategien. Das war weit mehr als eine Fantasie. Seine mentale Einstellung war sein Ticket zum Sieg. Damit gestaltete er seine Realität. Anschließend war es nur mehr ein kleiner Schritt, das Ergebnis in die Realität umzusetzen.

Neben körperlichem Training, ausgewogener Ernährung und der Beherrschung der Technik bildet mentales Training eine unverzichtbare Säule für sportlichen Erfolg.

Heute ist Mentaltraining aus dem Sport nicht mehr wegzudenken. Schifahrer „fahren“ den Kurs mental ab, bevor sie starten. Rennfahrer prägen sich jeden Meter ihres Kurses genau ein. Leichtathleten gehen jede Bewegung in ihrem Inneren durch, bevor sie antreten. Doch nicht nur Sportlern verhilft Mentaltraining zu besseren Leistungen. Auch du kannst in deinem Beruf davon profitieren. Egal, ob du dadurch vor einer wichtigen Präsentation Lampenfieber in Begeisterung transformierst, dir souveränes Verhalten antrainierst, dich vor schwierigen Aufgaben gezielt motivierst oder Stress merklich reduzierst. Auch deine Resilienz – also deine Fähigkeit, mit herausfordernden Situationen gelassen umzugehen, kannst du verbessern. Was sich anfangs vielleicht noch etwas seltsam anfühlt, wird durch regelmäßiges Training bald immer mehr zu einer Routine, auf die du bei Bedarf zurückgreifen kannst.

Gute Zeiten … schlechte Zeiten

Natürlich ist alles super, wenn es gut läuft, wenn du Erfolg hast und einfach alles passt. Doch was passiert, wenn es einmal nicht so gut läuft? Mit solchen Situationen sind wir weit öfter konfrontiert und wir bestimmen mit, was wir daraus machen. Im Wettkampf will niemand zweiter sein – doch wie geht ein Sportler damit um, im Rückstand zu liegen? Nimmt er Erfahrungen mit, die ihn stärker machen? Gerade hier macht mentales Training den entscheidenden Unterschied aus. Manche resignieren, während andere sich davon nicht irritieren lassen. Sie bleiben fokussiert und kämpfen weiter, laufen zur Höchstform auf, geben ihr Bestes und schaffen es am Ende sogar noch, das Ergebnis zu verbessern oder sogar zu gewinnen. Schwierige Situationen vorwegzunehmen und eine mentale Strategie dafür zu entwickeln, stärkt deine Handlungsoptionen. Du bist dann einfach besser vorbereitet und kannst schneller reagieren. Frei nach dem Motto:

Mental trainieren erspart dir, später ins Schwitzen zu kommen.

Deine mentale Einstellung kannst du Stück für Stück aufbauen und optimieren. Eine große Auswahl von Videos aus allen Bereichen dazu findest du auf meiner Seite. Pick dir das Beste für deine Ziele heraus.

Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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