Der MentalCheck – finde heraus, was in dir steckt!

Die Inventur ist dir sicher aus deinem beruflichen Umfeld ein Begriff. Wann immer es um Waren, Einrichtungen und Werte geht, kommt sie zum Einsatz. Zu einem festgelegten Stichtag wird ermitteln, was wo in welcher Menge und mit welchem Wert vorhanden ist. Aber auch, was benötigt wird, um das Sortiment zu ergänzen und was abverkauft werden soll.

Was das mit Mentaltraining zu tun hat?

Auch im mentalen Bereich solltest du dir einen genauen Überblick über deine Kompetenzen, deine Stärken und Schwächen verschaffen.

Wie willst du sonst wissen, von wo du losstartest? Der MentalCheck hilft dir dabei, dein Training gezielt zu planen und die für dich sinnvollen Bereiche und Techniken auszuwählen. Er kann ein Teil deines mentalen Trainingsbuches werden. Wie du ein Trainingstagebuch aufbauen und führen kannst, erfährst du in meinem Blog “So führst du ein Mentales Trainingsbuch“.

Damit du einen Eindruck davon bekommst, lass uns den Aufbau gemeinsam durchgehen.

Der MentalCheck ist eine strukturierte Auflistung deiner mentalen Fertigkeiten, Stärken und Schwächen. Du machst dir dadurch deine Fähigkeiten bewusst, um dich zielgerichtet zu entwickeln. Er ist ein sehr persönlicher Begleiter und in erster Linie nur für dich selbst gedacht. Ich finde den MentalCheck sehr motivierend. Du wirst erstaunt sein, was alles in dir steckt und wieviel Spaß es machen kann, die unterschiedlichen Bereiche zu entwickeln. Um ihn zu erstellen, gehst du in 3 Schritten wie folgt vor:

Schritt 1: Erfasse deine Stärken und Eigenschaften

Erstelle eine Liste deine mentalen Fähigkeiten. Eigenschaften wie Gelassenheit, Konzentrationsfähigkeit, positive Lebenseinstellung, Impulskontrolle, Zielstrebigkeit, Willenskraft, Durchhaltevermögen, Entspannung, Kreativität, Motivation, Selbstbewusstsein, Umgang mit Stress…

Bereiche

Das lässt mich zur Höchstform auflaufen
Das fasziniert mich
Das begeistert mich
Das macht mir Spaß
Das gibt mir Energie
Das möchte ich als nächstes lernen

Aber auch…

Dabei will ich selbstsicherer werden
Damit will ich gelassener umgehen
Das irritiert / frustriert / ärgert mich

Nimm dir ruhig ausreichend Zeit dafür. Wenn du in einer Sitzung nicht damit fertig wirst, macht das gar nichts. Falls dir später noch wichtige Punkte einfallen (was wahrscheinlich dann passiert, wenn du gar nicht bewusst daran denkst), ergänze sie einfach. Der MentalCheck ist immer in Bewegung, denn du bist es ja auch!

Schritt 2: Bewerte deine Ausprägungen

Jetzt bewertest du deine Stärken und Eigenschaften. Du kannst dabei Werte von 1-5 vergeben (1= kaum/schwach ausgeprägt, 5= sehr gut/stark ausgeprägt), oder auch mit einer Skala von 1-10 arbeiten, wenn du eine feinere Einteilung haben willst und dir das mehr zusagt. Du kannst natürlich auch mit unterschiedlichen Farben arbeiten.

Um ein besseres Gefühl für deine Bewertungen zu bekommen, definiere, was jeder Punkt auf deiner Skala bedeutet. Wenn du dich z.B. dafür entscheidest, die 5-Punkte Skala für die Bewertung zu verwenden, könnte das für die Eigenschaft „Entspannung“ vielleicht wie folgt aussehen:

1
Ich stehe fast permanent unter starker innerer Anspannung und kann mich nur schwer entspannen.
Selbst geringe Anlässe können mich in spürbaren Stress versetzen.

2
Ich spüre oft die Auswirkungen von Stress und meine Erholungsphasen sind meist nur kurz.
Ich schaffe es nur schwer, mich zu entspannen und die Dinge gelassener zu nehmen.

3
Ich bin grundsätzlich entspannt, doch es gibt viele Auslöser für Stress.
Manchmal reagiere ich in meinem Umfeld auf Stressauslöser, die noch eine Zeit lang in mir nachwirken.

4
Ich bin in den meisten Situationen entspannt und lasse mich kaum aus der Ruhe bringen.
Passiert es doch einmal, weiß ich, wie ich effektiv für einen Ausgleich sorgen kann, um mich schnell wieder zu entspannen.

5
Ich bin fast immer entspannt und ruhig. Selbst großen Herausforderungen oder ungewöhnlichen Situationen kann ich mit Ruhe begegnen.
Ich gerate nur sehr selten in Stress und falls doch, hält er nicht lange an.

Schritt 3: Definiere deine persönlichen Ziele

Wo willst du besser werden und warum?
Welche Eigenschaft willst du bis zu welchem Wert steigern?
Bis wann?
Welche Technik/Methode kann mir dabei helfen?
Woran wirst du erkennen, dass du dein Ziel erreicht hast?

Jede Technik auf meiner Seite ist einem bestimmten Bereich zugeordnet. Wenn du die Bereiche kennst, mit denen du dich intensiver beschäftigen willst, kannst du gezielt suchen.

Der MentalCheck wächst und verändert sich mit dir

Im Laufe deines mentalen Trainings werden sich neue Fähigkeiten in dir herausbilden.

Du wirst bestimmte Bereiche verbessern und was dich heute noch verunsichert, wird dich wahrscheinlich schon morgen nicht mehr aus der Ruhe bringen. Der MentalCheck zeigt, was alles in dir steckt, er …

  • macht dir deine Fähigkeiten und Stärken bewusst
  • dokumentiert die Entwicklung, die du durchläufst
  • stärkt dein Selbstbewusstsein
  • zeigt dir „auf einen Blick“, was du schon gelernt hast, was du kannst und woran du arbeitest

Kurz gesagt – der MentalCheck ist deine „Inventur“ und kann ein wertvoller Begleiter werden. Mit ihm kannst du gezielt planen. Wenn du dich darauf einlässt, wirst du wahrscheinlich auf Stärken und Fähigkeiten in Bereichen stoßen, die du im ersten Moment gar nicht mit dem Mentaltraining verbunden hast.

So kannst du mit dem MentalCheck arbeiten

Vielleicht entdeckst du, dass du sehr strukturiert arbeiten und Informationen übersichtlich einordnen kannst? Vielleicht wird dir dadurch bewusst, dass du sehr leidenschaftlich bist und was diese Leidenschaft auslöst? Auf jeden Fall eröffnen sich dadurch für dich neue Möglichkeiten. Du kannst diese Leidenschaft dann als Energie- und Motivationsschub nutzen. Oder du knüpfst eine neue Verbindung und wendest deine Herangehensweise in einem bestimmten Bereich auf einen anderen an und schaffst so den Durchbruch?

Wenn du etwas noch nicht beherrscht, ist das kein Grund an dir zu zweifeln, denn du beschäftigst dich ja schließlich mit dem Mentaltraining, um neue Stärken in dir zu entwickeln, oder? Wichtig ist, dass Du dir machbare Ziele setzt. Du willst dir damit eine Leiter für deine Entwicklung bauen und dich nicht unter Druck setzen. Und wenn wir schon dabei sind…wie du dir nachhaltige Ziele setzt und ganz allgemein besser mit ihnen arbeitest, erfährst du in einem meiner nächsten Blogs.

Bis dahin wünsche ich dir viel Erfolg und – bleib dran!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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