Handeln? Handeln!

Unzählige Handlungen bestimmen unseren Alltag. Um es genauer zu sagen – unser ganzes Leben besteht aus einer unendlichen Abfolge unterschiedlicher Handlungen. Von dem Moment an, wo wir am Morgen aufstehen bis zu dem Zeitpunkt, wo wir abends schlafen gehen. Die meisten dieser Handlungen setzen wir unbewusst. Sie sind Teil einer Routine. Wir hinterfragen sie nicht und sie bringen uns meist verlässlich und sicher ohne großen Aufwand durch den Tag. Das spart eine Menge Energie.

Wie rational sind wir?

Früher nahm man an, dass wir ein „Homo Rationalis“ sind, also durch und durch ein rein rational denkender Mensch, der Situationen abwägt und dann bewusst sachliche und rationale Entscheidungen trifft. So hätten wir uns gerne gesehen, doch die Realität sieht etwas anders aus.

Bei jeder unserer Entscheidungen schwingen unsere Emotionen mit.

Wir entscheiden höchst subjektiv, und das macht sich z.B. die Werbung zunutze, um unsere Kaufentscheidungen in die eine oder andere Richtung zu dirigieren.

Der Ursprung unserer Handlungen

Doch was liegt unseren Handlungen eigentlich zugrunde? Meist ist es ein Impuls. Dieser Impuls ist unbewusst.

Wissenschaftler haben durch Tests herausgefunden, dass Entscheidungen, eine bestimmte Handlung auszuführen zuerst in unserem Unterbewusstsein getroffen werden. Unser Bewusstsein wird davon erst mit einer Verzögerung von etwa 5 Sekunden in Kenntnis gesetzt. Trotzdem haben wir in diesem Moment die feste Überzeugung, jetzt – spontan und bewusst – entschieden zu haben, doch so ist es nicht.

Routinen ändern – geht das?

Kniffliger wird es da schon, wenn du plötzlich von diesen bequemen Routinen abweichen willst, um neue zu etablieren. Wenn du z.B. schlechte Gewohnheiten ändern, Versuchungen widerstehen, etwas Neues lernen oder mit mehr Ausdauer an einer Sache dranbleiben willst. Die gute Nachricht – du bist deinen Routinen nicht hilflos ausgeliefert.

Dein Geist hat jede Menge Werkzeuge zur Verfügung, um neue Wege einzuschlagen.

In einem schrittweisen Prozess kannst du lernen, immer mehr Einfluss zu nehmen, um alte Muster zu durchbrechen und neue zu erschaffen. Das gehört zu einem der häufigsten Gründe für den Einsatz von Mentaltraining.

Zwei starke Verbündete in diesem Kampf sind hier die Achtsamkeit und Willensstärke. Beide lassen sich durch mentales Training gezielt stärken und trainieren.

Du musst dir eine unbewusste Handlung zuerst bewusst machen, bevor du daran gehen kannst, sie zu verändern.

Gewohnheiten ändern – Schritt für Schritt

Es ist sehr schwierig, eine Gewohnheit komplett zu streichen, aber du kannst sie stattdessen gegen eine andere, nützlichere austauschen. Der erste Schritt besteht darin, dass du dir ein klares Ziel definierst. Was genau willst du erreichen? Bis wann und wozu? Wie du effizient mit Zielen arbeiten kannst, erfährst du in meinen Blogs „Ziele erreichen – aber richtig!“. Im nächsten Schritt ist es wichtig, dass du Achtsam gegenüber den Impulsen wirst. Was lässt dich zur Schokolade greifen? Ist es eine spezielle Situation oder eine bestimmte Person? Sind es bestimmte Gelegenheiten oder andere Umstände, etwa die immer volle Naschlade im Büro?

Sobald du die Situation analysiert und die Auslöser identifiziert hast, kannst du einen Plan entwerfen, um dein Verhalten nachhaltig zu ändern. Du kannst die Umstände verändern, dir eine neue, motivierende Sichtweise erarbeiten, deine Einstellung zum Thema verändern und die Sequenzen deiner Handlungen erweitern. Oft zeigen schon kleine Änderungen eine große Wirkung und du schlägst neue Richtungen in deinem Denken und Handeln ein.

Jetzt brauchst du noch eine Portion Motivation und Willensstärke, um in der ersten Zeit der Veränderungen dran zu bleiben, bis sich die neue Gewohnheit in deinem Gehirn gefestigt hat und zum „Selbstläufer“ wird. Das kann im Schnitt zwischen zwei bis sechs Wochen dauern. Dabei solltest du auch fair zu dir selbst sein und deine Erfolge entsprechend würdigen.

Aus der Praxis

Ein Klient wollte seine Ernährung umstellen um sich gesünder zu ernähren. Er hatte schon einiges versucht, war aber bisher immer wieder gescheitert. Durch das Mentaltraining konnte er seine Situation grundlegend analysieren. Dieser Überblick eröffnete ihm eine ganz neue Perspektive.  Er schaffte es, in den ersten Wochen an sechs von sieben Tagen in der Woche seine neue Ernährung umzusetzen. An einem Tag in der Woche fiel er wieder in seine alten Muster und Gewohnheiten zurück. Das ärgerte ihn und er betrachtete es als ein persönliches Versagen. Als ich seine Aufmerksamkeit aber auf die Tatsache lenkte, dass er trotz dieser Rückfälle bereits an 313 Tagen im Jahr seine gesunde Ernährung lebte, sah die Sache schon ganz anders aus! Das war ein großer Erfolg und motivierte ihn dazu, sich diesen wöchentlichen Tag des Sündigens bewusst zu gönnen und einige Wochen damit so fortzufahren. Das war Futter für seinen inneren Schweinehund, den er dadurch zu seinem Verbündeten machte. Als sich diese Gewohnheit etabliert hatte, reduzierte er seine Schlemmertage ohne Problem auf einen Tag alle zwei Wochen. Heute berichtet er mir begeistert, dass er sich nur mehr einmal alle paar Wochen etwas gönnt und damit sehr gut leben kann.

Wenn du mehr zum Thema Abnehmen aus mentaler Sicht erfahren willst, könnten meine Blogs „Erfolgreich Abnehmen beginnt im Kopf“ für dich interessant sein.

Sei also nicht zu hart zu dir selbst und betrachte deine Erfolge aus einer ganzheitlichen Perspektive. Rückschläge auf dem Weg sind ein Teil des Weges. Entscheidend ist es, das große Ziel im Auge zu behalten. Dann bist du auf einem guten Weg, mit mentaler Stärke dein Leben zu verändern.

Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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