Gute Vorsätze – warum gut gemeint nicht gut funktioniert

Das aktuelle Jahr nähert sich wieder einmal mit Riesenschritten seinem Ende. Das Weihnachtsfest soll uns daran erinnern, alles etwas ruhiger anzugehen und uns mehr auf das Wesentliche zu besinnen. Unsere Augen mehr für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen zu öffnen. Vielleicht einen persönlichen Blick zurückzuwerfen auf die Monate, die hinter uns liegen. Was wir erreicht haben, und was noch ansteht. Die Entscheidungen, die wir getroffen haben und die Veränderungen, die sie für unser Leben mit sich gebracht haben. Dabei betrachten wir uns wieder einmal kritisch – unsere Schwächen und all die Ziele, die wir (noch) nicht erreicht haben. Doch die Realität sieht meist anders aus. In vielen Unternehmen steht der Jahresabschluss an. Eine Menge Arbeit. Dazu kommt die Jagd nach passenden Geschenken für die Liebsten. Das alles versuchen wir unter einen Hut zu bringen und in die letzten Wochen zu packen – oder sollte ich sagen – stopfen?

Alles neu im neuen Jahr?

365 Tage – das waren 365 Möglichkeiten. Gehörst du in solchen Momenten zu den Menschen, die sich optimistisch neue Ziele stecken? Abnehmen, mehr Sport machen, gesünder leben, mehr Zeit mit dem Partner und der Familie verbringen, lästige Angewohnheiten verändern oder an der Karriere arbeiten? Oder hast du das bereits aufgegeben, weil du dir denkst „das schaffe ich ja sowieso nicht“. Wenn es darum geht, ab dem 1.1. tiefsitzende Gewohnheiten radikal zu verändern, dann muss ich dir recht geben. Solche Vorhaben an ein striktes Datum zu knüpfen ist vergleichbar mit einer mentalen Vollbremsung von 100 auf 0 und mit großer Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt.

Denn dafür benötigen wir sehr viel mentale Energie, und die ist – wie alles andere auch – endlich. So passiert es leicht, dass uns unsere alten Verhaltensmuster nur allzu bald wieder einholen und unsere Gewohnheiten, die wir aus unserem Leben verbannen wollten, wieder schleichend die Oberhand gewinnen. So funktioniert unser Gehirn nicht. Ist es unmöglich, Gewohnheitsmuster zu ändern und seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Nein.

Willst du Erfolg haben, musst du dir einen professionellen, gehirngerechten Plan zurechtlegen.

Wie du das mit Erfolg angehen kannst, zeige ich dir jetzt.

Beurteile deine Ziele, bevor du losstartest!

Nimm dir die Zeit, alle Schritte die ich jetzt beschreibe, in Ruhe schriftlich auszuarbeiten. Das hat eine viel nachhaltigere Wirkung, als wenn du es nur im Gedanken durchspielst. Wichtig sind am Anfang immer drei Dinge…Ziele, Ziele und nochmal Ziele!

1. Definiere dein Ziel

Zuerst einmal – sieh dir deine Ziele genauer an. Notiere, was du genau in den nächsten Monaten verändern willst. Dann reihe diese Ziele nach deiner persönlichen Wichtigkeit. Manche dieser Verhaltensweisen nimmst du vielleicht als störend wahr, während sie es aus der Sicht deines Umfeldes vielleicht gar nicht sind. Befrage deinen Partner, gute Freunde und Menschen deines Vertrauens, wie sie diese Punkte an dir wahrnehmen. Je kritischer und sachlicher diese Menschen sind, umso besser. Bedenke auch – je weniger du diesen Menschen nahestehst, umso eher wirst du wahrscheinlich ein neutrales Feedback erhalten.

2. Willst du das Ergebnis?

Als nächstes überlege dir, ob du das Ergebnis dieser Ziele wirklich willst. Das mag auf den ersten Blick vielleicht seltsam klingen, aber es hat einen ernsten Hintergrund.

Viele Menschen stecken unglaublich viel Energie und Zeit in ein Ziel, dessen Auswirkungen sie letzten Endes gar nicht wollen!

Stelle dir in allen Einzelheiten vor, du hättest dein Ziel erreicht. Was würde sich dadurch für dich und deine Umgebung alles verändern? Wenn du etwa deine Ernährung auf vegetarisch umstellen willst, deine Frau dir aber bisher leidenschaftlich dein Lieblingsgericht – einen saftigen Braten – gekocht hat, dann hat deine Veränderung nicht nur Auswirkungen auf dich selbst, sondern auch auf deine Frau, die Organisation der Lebensmitteleinkäufe und das, was sie und deine Kinder ab jetzt auf den Tisch bekommen. Oder der ersehnte neue Job. Doch dafür müsstest du mehr Überstunden machen, vielleicht am Wochenende arbeiten oder öfter ins Ausland reisen. Was würde sich dadurch für deine Familie und deinen Partner ändern? Vielleicht ist der Job auf den ersten Blick toll, aber du willst nicht jeden dritten Tag alleine irgendwo in einem Hotel übernachten?

3. Fokussiere dich auf ein Ziel

Wenn du dir Klarheit über deine Ziele und deren Folgen verschafft hast, wähle ein Ziel aus, das du in den Fokus nehmen willst. Ja, du hast richtig gelesen, nur ein Ziel. Warum? Auch wenn einige Punkte auf deiner Wunschliste wichtig oder dringend erscheinen:

Jedes Ziel das du verfolgst, benötigt Aufmerksamkeit und Energie.

Willst du mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen, reduziert das deine Energie und du kommst nirgends mit voller Kraft voran. Daher mein Rat an dich – widme dich ausschließlich einem Ziel, diesem dafür mit voller Kraft. Wenn du dabei deutliche Fortschritte erzielt hast, kannst du das nächste Ziel ins Visier nehmen.

4. Lege den Weg und die Bedingungen fest

Jetzt hast du dein Ziel definiert und dir Klarheit über seine Auswirkungen verschafft. Als nächstes machst du eine „Roadmap“. Das bedeutet:

Du definierst den Weg zu deinem Endziel durch Zwischenziele.

Es ist wie bei einer Wanderung oder im Urlaub. Wann immer du von A nach B kommen willst, musst du dir eine Route wählen. Was in der physischen Welt gilt, gilt auch in der mentalen. Eine genaue Definition enthält immer ein WAS, ein BIS WANN und ein WIE. Wenn du abnehmen willst, ist „Ich will einige Kilo abnehmen“ nicht spezifisch genug. Es ist nicht klar, wieviel du abnehmen willst, bis wann und wodurch. Dagegen klingt „Ich will innerhalb eines Jahres 8 Kilo durch eine Ernährungsumstellung abnehmen und das Gewicht halten.“ schon viel konkreter. Von diesem Endziel ausgehend gehst du jetzt Schritt für Schritt rückwärts. Entwirf dazu die wichtigsten Meilensteine – Zwischenziele – wie oben beschrieben. Solche Etappenziele stärken deine Motivation und bringe dir mehr Klarheit. Es ist einfach ein gutes Gefühl zu sehen, wie du Schritt für Schritt deinem Ziel näherkommst.

5. Belohnungen müssen sein

Deine Motivation durchzuhalten kannst du noch weiter stärken, indem du dir für das Erreichen jedes Meilensteines eine angemessene Belohnung definierst. Das kann alles Mögliche sein, wichtig dabei ist nur, dass es für dich wirklich etwas Besonderes ist und dass du mit dir selbst gut umgehst. Die Belohnungen können sich auch von Meilenstein zu Meilenstein steigern, bis du dir bei Erreichen deines Endzieles den „großen Preis“ gönnst.

Jetzt hast du einen guten Plan. Leg los und starte mit der Umsetzung. Ein altes chinesisches Sprichwort macht uns Mut, indem es sagt: Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt! Eine große Auswahl für dein mentales Reisegepäck, findest du auf meiner Seite.

Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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