Glaub an dich!

Glaub an dich! Diesen Spruch hast du sicher auch schon öfter gehört, oder? Der Rat in allen Lebenslagen, wenn es gerade einmal nicht so gut läuft. Natürlich ist das empfehlenswert, aber manchmal gar nicht so leicht umzusetzen. Woran liegt das?

Unser Selbst ist mehr oder weniger sensibel.  So wie verschiedene Menschen eine unterschiedlich gute Konstitution haben, so sind wir auch mit unserem Selbst unterschiedlich robust „gebaut“. Manche Menschen haben ein stärkeres Selbstvertrauen als andere, aber für jeden kann einmal der Punkt kommen, an dem er zu Zweifeln beginnt. Aber was ist es, was unser Selbstvertrauen ins Wanken bringt, und wie können wir es wieder stärken und aufbauen?

Unser Selbstvertrauen wird von zwei unterschiedlichen Welten beeinflusst – unserer Innenwelt und der Außenwelt. Sehen wir uns diese zwei „Spielfelder“ etwa genauer an.

Die Innere Welt

In unserer Innenwelt geben unsere Gedanken und Gefühle den Ton an. Hier haben wir uns ein Bild von uns selbst gemacht, oder besser gesagt – unser Selbstbild ist über die Jahre gewachsen und hat sich geformt. Dabei wurde es von den Menschen in unserem sozialen Umfeld geprägt – maßgeblich unseren Eltern, Lehrern und Freunden. Später von Partnern und Vorgesetzten.

Als Kind ist es noch nicht so detailliert ausgeprägt. Wir starten in den ersten Jahren mit einem grundlegenden Kern, der unsere Persönlichkeit und unsere Ausrichtung beinhaltet. Der Rest ist Feinschliff, der im Laufe der Jahre und mit unseren Erfahrungen dazu kommt. Unser Geschmack und Stil, Ab- und Zuneigungen, und vieles mehr. In Summe die gerne zitierten „Ecken und Kanten“, die uns ausmachen. Eine Mischung aus unseren Stärken und Schwächen, und unser Gemüt.

Unsere Umgebung formt dieses Selbstbild wie Wasser, das einen Stein sanft, aber beständig in seine Form schleift. Denn unser Selbstbild befindet sich immer ein wenig in Bewegung und entwickelt sich weiter. Wir ändern schon mal unsere Ansichten oder überdenken unsere Meinungen. Wir lernen dazu und machen Erfahrungen. Wir sind im Austausch und das Feedback, das wir über unsere Taten erhalten, gestaltet uns entscheidend mit. Dieses Bild besteht zum einen aus Anteilen, die wir für gut befinden. Bereiche, die wir an uns mögen. Dazu zählen Dinge, die wir gut beherrschen (oder von denen wir den Eindruck haben, dass wir gut darin sind). Eigenschaften und Stärken, mit denen wir im Allgemeinen zufrieden sind.

Aber unser Inneres besteht auch aus Bereichen, die wir gerne anders hätten. Anteile, die wir nicht mögen und Schwächen, die wir gerne verdrängen oder leugnen. Dunkle Ecken, wo wir nicht so gerne hinschauen.

Unser Selbstwertgefühl und unser Wohlbefinden wird dabei entscheidend von unserem Ego beeinflusst. Wie die anderen uns finden. Wir wollen gut wirken, gemocht und bewundert werden. Wir wollen geliebt werden. Wir wollen ein anerkannter Teil unserer Gruppe sein. Denn das Gegenteil wäre gefährlich. Die Selbstpräsentationen, die während der letzten Jahre in den Sozialen Medien zum Kult geworden sind, zeigen das recht deutlich. Hier wird das Maß aller Dinge die Menge an „Likes“ und die Anzahl der Follower.

Im Inneren machen wir uns aber gerne ab und zu das Leben schwer, indem wir überzogene Vorstellungen davon aufstellen, was gut genug ist. In dem Versuch, anerkannt zu werden, streben wir nach mehr. Wir wollen nicht nur gut, sondern Herausragend sein! So erschaffen wir unbewusst innere Antreiber.

Taibi Kahler entwickelte das Modell der inneren Antreiber und identifizierte dabei die fünf wichtigsten, die wie folgt lauten: „Sei stark!“ „Sei perfekt!“ „Mach es allen recht!“ „Streng dich an!“ und „Mach schnell!“. Natürlich gibt es noch jede Menge weiterer…“Sei schön“, „Sei beliebt“, „Sei erfolgreich“ usw… Unser innerer Antreiber beurteilt uns bei allem, was wir tun strenger und härter, als es ein anderer Mensch je tun würde.

Wir entwickeln diese inneren Antreiber in unserer Kindheit und sie können uns ganz schön unter Druck setzen. Natürlich können solche inneren Antreiber auch unser Selbstbewusstsein angreifen. Wenn du zum Beispiel den inneren Antreiber „Sei perfekt“ lebst, dann wirst du zwangsläufig oft die Rückmeldung bekommen, dass das, was du tust oder getan hast, nicht perfekt war. Und das stärkt nicht unbedingt dein Selbstbewusstsein.

Wie du also mit dir selbst im Inneren umgehst, bestimmt, ob diese Welt dein Selbstbewusstsein stärkt und fördert, oder es untergräbt und sabotiert.

Jetzt kommen wir zur zweiten Einflusssphäre – der Außenwelt

Die Außenwelt

In der Außenwelt, der sog. „Realität“ holst du dir permanent Feedback über dein Verhalten. Ist dir etwas gut gelungen, dann bestärkt dich das und baut dich auf. Hattest du Erfolg dabei, eine Herausforderung zu meistern, dann bestärkt das deine Selbstwirksamkeitserwartung. Oder einfach gesagt – es motiviert dich und meldet dir zurück „Du bist gut!“. Du bekommst das Gefühl, dass du Dinge ändern kannst, und sie in der Hand hast.

Erfolg ist eine tolle Sache und fühlt sich umwerfend an! Aber wie du wahrscheinlich schon festgestellt hast, ist er nicht garantiert. Um einen Erfolg feiern zu können, bedarf es zuvor persönlichen Einsatzes, Lernen, Ausdauer und der Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden. Jeder macht Fehler und muss lernen, Niederlagen wegzustecken. Je nachdem, wie stark dein Selbstbewusstsein und dein Mindset ist, umso schneller kannst du dich davon erholen, neue Kraft schöpfen und einen neuen Versuch wagen. Die Lektionen und Erfahrungen, die du daraus mitnimmst, lassen dich wachsen.

Aber manchmal scheint es wie verhext! Dann will einfach gar nichts gelingen. Du erleidest eine Serie von Niederlagen und es scheint, als würde keine deiner Anstrengungen dich voranbringen. Oder wenn Menschen, die dir etwas bedeuten, dich kritisieren, oder deine Arbeit und deine besten Ideen ablehnen. Dann kann sich die Stimmung schon mal verdüstern und dunkle Wolken in deinem Selbstbewusstsein aufziehen. Dann fragst du dich vielleicht „Bin ich noch auf dem richtigen Weg?“

In so einem Fall ist es wichtig, dass du dich auf deine Stärken besinnst und deine Strategie und dein Handeln überdenkst, die Ereignisse aus der Distanz beurteilst und relativierst. Vielleicht musst du dazu dein Mindset verändern, oder ein neues entwickeln, das passender ist.

Zuerst ignorieren sie dich,

dann lachen sie über dich,

dann bekämpfen sie dich

und dann gewinnst du.

Mahatma Gandhi

Mache dir bewusst, dass du auf deinem Weg immer wieder auf Menschen treffen wirst, die an dir zweifeln. Das liegt in der Natur der Sache. Akzeptiere es. Selbst die erfolgreichsten Menschen dieser Welt werden von vielen Menschen abgelehnt. Du bist ein Unikat und einmalig. Verabschiede dich von der Vorstellung „Everybody`s Darling“ zu sein. Du erinnert dich noch an die inneren Antreiber „Mach es allen recht!“ und „Sei beliebt!“ ? Wenn du etwas ganz Neues wagst, wirst du auf viele Skeptiker treffen. Nimm gut fundierte Hinweise als wertvolle Inspirationen an und verwerte sie, und ignoriere persönliche Angriffe. Ja, das ist nicht immer leicht. Auch das will (mental) gelernt sein.

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: du wirst in jedem Fall recht behalten.

Henry Ford

Fassen wir zusammen: dein Selbst bewegt sich zwischen den Kräften deiner Innenwelt, und dem Feedback, dass dir die Außenwelt gibt. Dein Selbst ist ein großer Raum, der täglich wachsen kann. Du kannst ihn mit deinen Gedanken, deiner Inspiration, deinen Ideen, Träumen und deiner Leidenschaft füllen. Entdecke jeden Tag ein neues Stück von deinem Selbst. Mentales Training kann dir dabei Rückenwind und die Extra-Portion Kraft und Entschlossenheit geben. Wenn du das nutzen willst, dann nimm Kontakt mit mir auf.

Und vergiss nicht – Was auch immer du tust – glaub an dich!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.