So kannst du deinen Geist formen

Wann immer es darum geht, dass du etwas herstellen oder bearbeiten willst, musst du die Eigenschaften des Materials gut kennen. Du musst wissen, wie und wodurch du es so behandeln kannst, dass es die Form und Konsistenz annimmt, damit am Ende der gewünschte Gegenstand entsteht.

Das trifft auf die Bearbeitung von Metall (gießen, schmieden, feilen, biegen, schneiden, bohren, …) ebenso zu, wie auf Holz (sägen, schnitzen, feilen, beigen, hobeln, schleifen, fräsen, lackieren…) und jedes andere Material oder jede Substanz, die wir auf diesem Planeten finden können. Das ist das Formen im Außen. Natürlich musst du dazu neben dem erforderlichen Wissen und der handwerklichen Fähigkeit auch Konzentration mitbringen.

Wenden wir uns jetzt unseren mentalen Werkstoffen zu. Wie steht es in unserem Kopf mit den „inneren“ Rohstoffen – unserem Geist und unserer mentalen Verfassung? Wenn es darum geht unsere Persönlichkeit zu formen, verhält es sich sehr ähnlich. Ein meist bewusster Bereich ist das Lernen. Damit das gut gelingen kann, sollten idealerweise 5 Bedingungen erfüllt sein, um neues Wissen gut aufnehmen zu können:

1. Der Lernstoff sollte gut aufbereitet sein

Jeder lernt ein wenig anders. Wir alle haben einen unterschiedlichen Zugang zu Informationen. Während der eine vorwiegend visuell orientiert ist und Bilder, Texte und Grafiken bevorzugt, braucht der Andere Vorträge. Andere hingegen müssen mit den Elementen basteln, sie in ihre Hände nehmen, um daraus Erfahrungen und Modelle abzuleiten. Je mehr Sinne wir hier einbeziehen können, umso besser.

2. Der Lernstoff sollte interessant sein

Wenn wir uns mit etwas beschäftigen, das uns interessiert, wird es uns sehr viel leichter fallen, dieses Wissen aufzunehmen und in unserem Langzeitgedächtnis zu verankern, als wenn uns der Bereich überhaupt nicht interessiert. Ja, wir werden dann zwar auch das eine oder andere lernen, aber die inneren Widerstände werden wahrscheinlich sehr groß sein und es wird uns sehr viel Anstrengung kosten.

3. Das Lernen sollte Spaß machen

Das wäre der Idealfall. Denn wenn es Freude macht, lernen wir mühelos. Wir saugen begierig alle Informationen auf, und machen sie uns spielerisch zu eigen. Wir sind intrinsisch motiviert.

4. Das neue Wissen sollte anknüpfbar sein

Erst wenn du neue Informationen mit bereits bekanntem, gehörtem, erfahrenem und erlernten in Bezug setzen kannst, dann kannst du das Neue erfassen und einreihen. Erst, wenn du Erkenntnis und Wissensbrücken zu den neuen Informationen herstellen kannst, ist es dir möglich, deinen Wissensschatz zu vergrößern. Das ist selbstverstärkend.

Über je mehr Wissen du bereits verfügst, umso leichter fällt es dir in der Regel, neues Wissen anzuknüpfen.

5. Das Erlernte sollte praktisch anwendbar sein

Dieser Punkt ist eng mit dem vorangegangenen verknüpft. Wenn es sich um reine Theorie handelt, die du nicht in eine praktische Anwendung umsetzen kannst, fällt es ungleich schwerer, das Gelernte auf lange Sicht zu behalten.

Das praktische Tun ist einer der besten Lehrer, wenn es darum geht, neues Wissen zu festigen.

Dieser Art zu lernen begegnet dir dein gesamtes Leben lang auch außerhalb der Schul- und Ausbildungsräume. Die „AHA“ Effekte, wenn dir etwas geglückt oder misslungen ist, prägen deine Erfahrungen entscheidend mit.

Warum ich weiter oben geschrieben habe, dass lernen „meistens“ bewusst ist? Auch unser Lernen durchläuft unterschiedliche Stadien. Vieles lernen wir, ohne dass uns dieser Vorgang bewusst ist. Diese Schritte lassen sich besser anhand der vier Stufen der Kompetenzentwicklung beschreiben:

Wir beginnen mit einer unbewussten Inkompetenz. Vereinfacht gesagt heißt das, wir wissen (noch) nicht, dass wir etwas nicht wissen oder beherrschen. Wir handeln daher entsprechend falsch oder haben keine Ahnung, wie wir etwas tun sollen, um ein Ergebnis zu erreichen. Auch intuitives handeln führt in diesem Stadium nicht zum gewünschten Erfolg.

Als nächstes erreichen wir eine bewusste Inkompetenz. Jetzt sind wir schon einen Schritt weiter. In dieser Stufe ist uns klar, wo unsere Defizite liegen und wie sie sich auswirken. Wir wissen damit auch, wo wir ansetzen können, um uns mehr Wissen und Fähigkeiten anzueignen. In dieser Stufe kann intuitives handeln zwar zum Erfolg führen, doch anschließend können wir nicht erklären, wodurch wir erfolgreich waren.

Wenn unsere Fertigkeiten weiterwachsen, gelangen wir zu einer bewussten Kompetenz. Jetzt wissen wir, wie wir etwas angehen müssen. Doch die Tätigkeit erfordert unsere volle Konzentration und Achtsamkeit. Damit wir sie Schritt für Schritt durchführen können, müssen wir sie in Teilschritte zerlegen. Auf dieser Kompetenzstufe können wir unser Handeln analysieren und anderen erklären.

Wenn wir weiter praktische Erfahrung sammeln, erreichen wir schließlich die unbewusste Kompetenz. Jetzt ist die Handlung für uns zur Routine geworden. Wir können sie jetzt durchführen, ohne über die einzelnen Schritte bewusst nachdenken zu müssen. Wir müssen auch keine große Konzentration mehr dafür aufwenden. Doch jetzt können wir oft nicht mehr erklären, wie wir etwas genau machen. Die Analyse fällt uns jetzt schwer.

Im mentalen Training läuft es ähnlich.

Du baust deine Fähigkeiten und Kompetenzen schrittweise auf.

In Anlehnung an die soeben beschriebenen vier Stufen der Kompetenzentwicklung kann das im Mentaltraining wie folgt aussehen:

Unbewusste Inkompetenz – Du kommst mit Mentaltraining in Kontakt, hast aber noch keine Vorstellung, was es beinhaltet und was du damit alles verändern kannst in deinem Leben.

Bewusste Inkompetenz – Du hast dir einen ersten Überblick verschafft, erstellst dir ein mentales Trainingsbuch und ermittelst die Bereiche, in denen du deine mentalen Fähigkeiten stärken willst. Du beginnst mit dem ausprobieren von Techniken und tauscht dich mit anderen aus, die ähnliche Methoden anwenden.

Bewusste Kompetenz – du hast Mentaltraining verinnerlicht und zu einem Teil deines Lebens gemacht. Du arbeitest mit unterschiedlichen Techniken und entwickelst neue Fähigkeiten. Du erreichst deine Ziele und genießt deine Erfolge.

Unbewusste Kompetenz – deine neu gewonnene mentale Stärke wirkst sich permanent auf dein Leben aus. Deine neue Herangehensweise ist dir in Fleisch und Blut übergegangen und lässt dich Ziele ins Visier nehmen, die du dir früher nie zugetraut hättest.

Auf meiner Seite findest du eine ständig wachsende Auswahl unterschiedlicher Techniken aus allen Bereichen, um deine mentalen Fähigkeiten zu trainieren. Dabei unterstütze ich dich gerne bei jedem Schritt, damit du deine Ziele erreichst.

Fang an, die Kräfte zu schmieden, die in deinem Geist schlummern.

Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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