Erfolgreich Abnehmen beginnt im Kopf – Teil 2

Weiter geht`s mit Teil 2 zum Thema Abnehmen. Schön, dass du wieder mit dabei bist!

Schule deine Achtsamkeit

Ich habe Menschen kennengelernt, die fast pausenlos etwas essen. Am Liebsten Pommes, Chips, Schokolade, Wurstsemmeln und Kuchen. Doch wenn ich sie darauf angesprochen habe, war ihnen gar nicht bewusst, dass sie gerade eine ganze Packung Chips auf einen Streich verschlungen haben. Sie haben es einfach ausgeblendet.

Wenn es dir hilft, mehr Bewusstsein für dein Essen zu entwickeln, kannst du auch ein Tagebuch führen.

Schreibe dir darin auf, was du täglich zu dir nimmst. Das soll aber keine Kalorien-Zählaktion werden und macht auch nur dann Sinn, wenn du es als ein hilfreiches, neutrales Werkzeug empfindest, um dir bei einer Bestandsaufnahme zu helfen. Wenn du dadurch Schuldgefühle und Frust entwickelst, verfehlt es seinen Zweck.

Wenn es dir hilft, mehr Bewusstsein für dein Essen zu entwickeln, kannst du auch ein Tagebuch führen.

Du kannst deine Achtsamkeit durch Meditation schulen. Vor allem die neutrale Beobachtung deiner Gedanken ist ein guter Einstieg dafür. Aber auch in deinen Alltag kannst du diverse Achtsamkeitsübungen einbauen, die du immer wieder zwischendurch durchführen kannst, ohne dass sie dich viel Zeit kosten.

Gelegenheit macht Gusto

Richtig Lust auf ein Stück Torte bekommst du jedes Mal, wenn du an der Konditorei an der Ecke vorbeigehst? Dann wähle dir eine andere Route. Du hast jede Menge Schokolade in deiner Schreibtischlade im Büro liegen als „eiserne Reserve“? Verschenke sie an deine KollegInnen. Denn was du nicht jederzeit griffbereit hast, kannst du nicht konsumieren. Du wirst oft zum Naschen verführt, wenn Süßigkeiten griffbereit in deiner Naschlade zu liegen? Dann kaufe keine Süßigkeiten ein und bitte deinen Partner, dich dabei zu unterstützen, indem er auch nichts einkauft.

Hunger startet unser Überlebensprogramm

Wir haben heute in unserer Wohlstandsgesellschaft Zugang zu einem größeren Nahrungsangebot als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Wir können aus einer großen Auswahl an Lebensmitteln wählen, rund um die Uhr. Essen ist inzwischen in unseren Breiten allgegenwärtig und überall leicht verfügbar. Wenn du einen genaueren Blick auf die Geschichte der Menschheit wirfst, wirst du feststellen, dass das nicht immer so war. Nahrungsknappheit und begrenzte Ressourcen waren früher an der Tagesordnung. Blieb der Jagderfolg aus oder fiel eine Ernte mager aus, hieß es Hungern.

In Kriegszeiten verschärfte sich die Situation noch weiter. Unser Körper hat sich an diese Umstände angepasst und entwickelte geniale Gegenstrategien dazu. Mehr noch – er hat aus dieser Not eine Tugend gemacht. Wenn wir nichts essen oder die Nahrungsaufnahme reduzieren, startet unser Körper ein umfangreiches Regenerationsprogramm. Inzwischen ist durch viele unterschiedliche Studien eindeutig belegt – weniger zu essen fördert unsere Gesundheit, fördert die Heilung vieler Erkrankungen und kann sogar unsere Lebenserwartung erhöhen!

Manche Menschen verfallen automatisch in eine Überlebensangst, sobald sie Hungergefühle verspüren.

Manche Menschen verfallen automatisch in eine Überlebensangst, sobald sie Hungergefühle verspüren.

Unser Gehirn dramatisiert diesen Zustand gerne und will uns weismachen, dass unser Überleben gefährdet ist, wenn wir nicht so schnell wie möglich etwas essen. Dieses alte evolutionäre Programm hatte sicher seine Berechtigung. Doch heute – im Überfluss und der freien Verfügbarkeit von Nahrung – ist es überholt.

Weniger ist mehr

Ein 3.000 Jahre altes chinesisches Sprichwort sagt:

„Das Abendessen überlasse deinen Feinden.“

Schon damals war bekannt – wenn du üppig zu Abend isst, tust du deinem Körper und deiner Gesundheit keinen Gefallen. Weniger ist hier wirklich mehr. Wenn du also einige Stunden nichts isst, oder dein Abendessen ab und zu ganz ausfallen lässt, unterstützt du damit die Regeneration deines Körpers. Mache dir bewusst, dass ein Hungergefühl keine ernsthafte Bedrohung für dich darstellt (wenn du körperlich gesund bist), sondern nur ein Signal deines Körpers ist. Ein wichtiger Teil für dein neues Mindset. So kannst du viel gelassener damit umgehen. Dein Körper stellt sich schließlich darauf ein, und du fühlst dich sicherer in dem Bewusstsein, dass du nicht sofort zu etwas Essbarem greifen musst.

Das Abendessen überlasse deinen Feinden.

Deine Gründe abzunehmen sind…?

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Auslöser, warum du überhaupt mit dem Abnehmen starten willst. Nimm dir Zeit und mache dir deine Beweggründe bewusst. Du willst abnehmen, weil…

  • Du ganz allgemein gesünder leben willst
  • Du eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit hast
  • Du besser aussehen willst
  • Du beweglicher sein willst
  • Du im Fitness Studio eine bessere Figur machen willst
  • Deine besten Freunde auch gerade eine Diät machen
  • Du wieder bequem in dein Lieblings-Outfit passen willst

Um nur ein paar zu nennen. Einige dieser Punkte sind für dich wahrscheinlich viel stärkere Antreiber als andere. Mache dir deine persönlichen Gründe bewusst. Generell gilt:

Ziele, die du für dich selbst erkannt und als erstrebenswert definiert hast, werden dich immer stärker motivieren als Anweisungen und Ratschläge von außen

(du sollst…, du musst…, alle machen das…, jeder …). Überlege Dir daher, ob deine aktuelle Motivation wirklich der einzige und stärkste Grund dafür ist, dass du abnehmen willst. Kannst du dazu voll und ganz „ja“ sagen? Falls das nicht so ist, überdenke deine Motivation. Fühle hinein – wie fühlst sie sich an? Fühlt sich etwas anderes vielleicht besser und stärker an?

Ziele, die du für dich selbst erkannt und als erstrebenswert definiert hast, werden dich immer stärker motivieren als Anweisungen und Ratschläge von außen…

Wenn du all diese Fragen ehrlich und in Ruhe für dich klären konntest, weißt du schon viel mehr über dich und deine Einstellung zum Essen und zum Abnehmen.

Tausche Erfahrungen aus

Unterhalte dich mit Menschen in deinem Umfeld, die bereits erfolgreich abgenommen haben oder gerade dabei sind. Stelle ihnen die entscheidenden Fragen und höre ihnen aufmerksam zu, wenn sie dir von ihren Strategien, Erfahrungen, Hochs- und Tiefs erzählen. Lass sie von ihrem persönlichen Mindset erzählen. Vielleicht stößt du dadurch auf ganz neue Perspektiven, die dich inspirieren und bestärken? Vor allem wird dir eines bewusst werden – jeder kämpft mit ähnlichen Problemen.

Vergleiche dich nicht mit anderen

Die Werbung erschafft heute unrealistische Bilder davon, wie Frauen und Männer auszusehen haben. Sie definiert, was gerade „In“ ist. Was heute im Trend liegt, ist morgen schon wieder überholt – schließlich will die Industrie ihren Absatz ankurbeln und schon wieder etwas Neues verkaufen. Durch Modetrends, Zeitschriften, Fashion-Shows, Filme, Plakate und TV Werbung wird dieses Bild zur Norm in unseren Köpfen. Wir beginnen, danach zu streben, weil wir der Meinung sind, dass wir diesen Standards unbedingt entsprechen müssen, um akzeptiert zu werden.

Modetrends sind eine recht junge Erfindung

Das war nicht immer so. Etwa bis zum Jahr 1850 gab es zwar immer wieder kulturelle Modeerscheinungen durch alle Zeitalter, jedoch weder normierte Kleidungsgrößen, noch mehrmals jährlich wechselnde Kollektionen und Trends. Das waren Neuerungen, die erst durch die Entstehung der ersten großen Kaufhäuser aufkamen und eingeführt wurden. Die Industrialisierung bereitete den Weg für diese Entwicklungen. Vorher war Kleidung individuell und auf den Träger bzw. die Trägerin zugeschnitten und vom gesellschaftlichen Stand und Beruf des jeweiligen Trägers abhängig. Heutige Modetrends geben für Frauen immer öfter Größen und Schnitte vor, die selbst für zierliche Frauen mit einer schlanken Figur kaum mehr erreichbar sind. Hungern für die Mode wurde so zu einem entscheidenden Antreiber für viele.

Abnehmen ist kein Wettbewerb!

Abnehmen betrifft in erster Linie dich, deinen Körper und deine Möglichkeiten! Es ist kein Wettbewerb. Dich dabei mit anderen zu vergleichen verursacht nur unnötigen Stress und führt dich auf lange Sicht eher dorthin, wo du dich nicht wohl fühlst. Du nimmst ja nicht für die anderen ab, sondern für dich. Denn die anderen müssen nicht jeden Tag in deinem Körper verbringen, du schon, oder?

Qualität vor Quantität

Greife wenn möglich zu hochwertigen und frischen Lebensmitteln und gib Bio Produkten den Vorzug. Dein Körper kann so mehr aus der Nahrung herausholen und fühlt sich damit spürbar wohler.

Erstelle dir einen Plan

Kein Ziel ohne einen guten Plan! Damit du deine Kräfte fokussieren kannst, erstelle dir einen realistischen Plan. Wie viel willst du abnehmen, wodurch und bis wann. Unterteile dein Ziel in überschaubare Zwischenziele. Identifiziere die Auslöser, die dich zum ungewollten Essen verführen und entwickle Alternativen. Wenn X passiert, dann tue ich Y! Unterstütze das Abnehmen durch mentales Training. Belohne dich, wenn du Zwischenziel erreicht hast und gehe wertschätzend mit dir um. Ich wünsche dir, dass deine Kilos purzeln und du dich dabei wohl fühlst und zufrieden mit dir bist.

Viel Erfolg!

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