Erfolgreich Abnehmen beginnt im Kopf – Teil 1

Abnehmen ist für viele ein sehr emotional besetztes Thema. Ich möchte einige Hintergründe ansprechen und dir neue Denkanstöße geben, damit du blockierende Gedanken überwinden kannst und mental stark wirst, um dein Ziel zu erreichen. Aufgrund des großen Umfanges habe ich diesen Blog in zwei Teile geteilt.

Der Kampf gegen die Kilos

Falls du schon einmal versucht hast, abzunehmen, weißt du wahrscheinlich, wie schwierig das sein kann. In der Hoffnung, eine wirksame Diät zu finden probiert man alles aus und schadet dabei dem Körper oft mehr, als man ihm Gutes tut. Radikale Ernährungsumstellungen werden oft als eine Qual empfunden und zehren an den mentalen und körperlichen Kräften. Selbst wenn du es schließlich geschafft hast, etwas Gewicht abzunehmen, folgt oft schon wenig später der gefürchtete Jo-Jo-Effekt und die hart abgerungenen Kilos sind bald wieder da. In vielen Fällen sogar mehr als zuvor!

Wenn du ernsthaft abnehmen willst, musst du auch auf der mentalen Ebene einen Plan erstellen.

Erst dann ist ein nachhaltiger Erfolg wahrscheinlich. Schauen wir uns gemeinsam an, was du tun kannst, um dein Wunschgewicht zu erreichen.

Noch lange, bevor du irgendeine Diät startest oder eine Ernährungsumstellung in Betracht ziehst, solltest du ein paar Punkte für dich klären und aufarbeiten, damit sie dir später nicht mehr im Weg stehen oder dich gar sabotieren. Beginnen wir mit deinem Verhältnis zum Essen selbst.

Welche Bedeutung hat Essen für dich?

Zuerst gilt es zu ermitteln, wie deine Beziehung zum Essen generell ist. Am leichtesten wirst du es haben, wenn Essen für dich nicht mehr bedeutet als reine Nahrungsaufnahme – notwendig, um ein körperliches Bedürfnis zu stillen und deinen Körper gesund und am Leben zu halten, aber mehr schon nicht. Falls du jetzt vielleicht denkst, das klingt sehr technisch – es gibt genug Menschen, für die Essen nicht mehr ist als das. Darüber hinaus besitzt es keinen Wert an sich, da der Fokus dieser Menschen ganz woanders liegt.

Als Kind legen wir oft gar keinen so großen Wert auf Essen, weil gerade andere Dinge viel interessanter/wichtiger/spannender sind und unsere Aufmerksamkeit fesseln. Das Spielen und die Faszination für tausend tolle Sachen sind oft viel stärker als der Hunger oder das Bedürfnis, regelmäßig zu essen.

Wie wir als Erwachsener mit Essen umgehen, wird stark von unserer Erziehung geprägt.

Wir werden grundsätzlich mit einem natürlichen Gefühl für Hunger und Sattheit geboren.

Wissenschaftliche Studien scheinen das zu bestätigen. Dabei wurde eine Gruppe von Kindern für einige Tage unter Aufsicht mit einer interessanten Wahl konfrontiert. Jeden Tag fanden die kleinen Versuchsteilnehmer einen großen Tisch mit einer breiten Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln, Obst, Gemüse, aber auch Süßigkeiten vor. Sie konnten frei wählen, was und wieviel sie davon essen wollen. Die Wissenschaftler beobachteten dabei das Verhalten der Kinder. Das Ergebnis war erstaunlich. Was war geschehen? Natürlich griffen die Kinder Anfangs alle zu den Süßigkeiten. Doch schon bald änderte sich ihr Essverhalten grundlegend. Sie entschieden sich nach einiger Zeit ganz von selbst zu einer ausgewogenen, gesunden Ernährung. Denn dauernd Süßigkeiten im Übermaß sind einem auch bald zu viel. Erstaunlich, oder?

Unser Essverhalten ist erlernt

Wir essen, wenn wir Hunger haben und wir hören damit auf, wenn unsere Grenze erreicht ist und wir satt sind. Das klingt recht simpel. Doch manchmal meinen es unsere Eltern zu gut. Wir essen öfter, als wir eigentlich Lust dazu haben und wir bekommen mehr auf den Teller gepackt, als wir eigentlich bräuchten. Und wenn wir genug haben, werden wir dazu ermuntert und ermahnt, brav alles aufzuessen. Im Laufe der Zeit verändert das unseren Umgang Einstellung zum Essen und bringt unseren natürlichen, inneren Instinkt für eine natürliche Nahrungsaufnahme nach unseren Bedürfnissen durcheinander.

Welche Gründe hast du?

Wenn du also nicht zu denjenigen gehörst, die Essen als reine Zweckhandlung empfinden:

Finde für dich heraus, was dich mit der Leidenschaft zu essen verbindet.

Welche Gründe hast du noch, um zu essen und was verbindest du damit? Isst du, weil…

  • du ein Genussmensch bist und es dir schmeckt?
  • es für dich ein wichtiges soziales Ritual darstellt?
  • du demjenigen, der für dich kocht einfach nichts abschlagen kannst?
  • du gelangweilt bist?
  • du dir damit etwa Gutes tun willst?
  • du dich im Beruf oder Privatleben gerade in einem unangenehmen sozialen Umfeld befindest?
  • du dich beruhigen willst, wenn du unter Stress stehst, frustriert bist oder Kummer hast?
  • du damit einen Mangel kompensieren willst (Zuneigung, Anerkennung, Selbstbewusstsein, …)?
  • du fest davon überzeugt bist, dass du viel zu mager bist?

Vielleicht entdeckst du für dich noch weitere Gründe. Möglicherweise treffen sogar mehrere davon auf dich zu. Wichtig ist, dass du dir die Gründe, warum du isst, ehrlich bewusst machst. Deine persönlichen Beweggründe zu erkennen ist der erste Schritt, um sie erfolgreich zu verändern. Falls du unter ernsthaften Essstörungen leidest wie z.B. Bulimie, Magersucht, Diabetes oder Esssucht, solltest du unbedingt einen Therapeuten oder Arzt deines Vertrauens aufsuchen, um daran zu arbeiten. Es ist entscheidend, dass du ehrlich und wertschätzend mit dir umgehst, und dir deiner persönlichen Beweggründe bewusst wirst.

Wenn es für dich z.B. einen hohen Stellenwert hat, gemeinsam mit Familien und Freunden zu essen, weil du den Austausch und das Zusammensein liebst, kannst du überlegen, wie du sonst noch Zeit mit diesen geliebten Menschen verbringen kannst. Damit entkoppelst du die Bedeutung und den Fokus auf das Essen. Der Wert des Essens nimmt für dich ab und somit fällt es dir viel leichter, weniger zu essen.

Falls es dir vornehmlich um den Genuss geht, überlege dir, was du noch genießt (außer Essen) und was eine annähernd Ähnliche – oder sogar stärkere – Bedeutung für dich hat. Vielleicht stößt du dabei auf eine ganze Reihe von Dingen, die du stattdessen tun kannst oder schon lange tun willst. Wenn du diese Aktivitäten öfter und bewusster in dein Leben und deinen Tagesablauf integrierst, kannst du damit auch den Stellenwert des Essens für dich reduzieren. Es ist dann nur mehr ein kleiner Genuss unter vielen und erhält dadurch von dir viel weniger Beachtung und Bedeutung.

Natürlich weißt du, dass täglich viel Obst und Gemüse essen gesund ist. Das ist logisch. Doch wie fühlt es sich für dich an? Ist das auch emotional eine angenehme Tatsache in deinem Leben? Falls nein – was kannst du tun, um es mehr in dein Leben zu integrieren? Wodurch könntest du erreichen, dass es sich für dich besser anfühlt?

Jetzt sind wir schon am Ende des ersten Teiles angelangt. Ich freue mich, wenn du dran bleibst für Teil 2.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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