Die Macht eines Motto`s

Hast du ein Motto? Ich meine – spielt ein Motto in deinem Leben ab und zu eine Rolle? Vielleicht sogar unbewusst? Sehen wir uns einmal genauer an, wie du ein Motto im Mentaltraining für dich einsetzen kannst. Ein Motto ist eine Grundeinstellung, ein bestimmter Leitgedanke mit dem du durch das Leben gehst. Er stammt aus dem lateinischen vom Begriff muttum ab, was so viel wie „Murmeln“ bedeutet.

Ein Motto kannst du für unterschiedliche Themen, Zeiträume und Zwecke wählen. Das reicht von einem Lebensmotto, über ein Jahresmotto bis zu einem Monats- Wochen- oder sogar Tagesmotto. Ein Leitsatz kann deine Einstellung zu einer bestimmten Tätigkeit widerspiegeln (z.B. Arbeiten), oder wie du mit anderen Menschen, persönlichen Lernerfahrungen oder mit deinem Körper umgehen willst.

Ein starkes Motto gibt deinem Denken und Handeln einen klaren Weg vor.

Je nach Zeitraum und Art des Mottos bringst du damit eine neue Dynamik in dein Leben. Natürlich kannst du auch ein bestimmtes Ziel oder ein Projekt unter ein eigenes Motto stellen. So kannst du einem bestimmten Vorhaben mehr Profil verleihen und es in deinem Bewusstsein mit bestimmten Gedanken und Stimmungen verbinden. Manche Gemeinschaften oder Vereine haben schon lange ein Motto, das ihre Arbeit und ihre Mitglieder definiert.

Wie finde ich ein gutes Motto?

Mottos gehören etwa bei Fußballclubs schon lange dazu. Hier zwei Beispiele aus dem Netz: „Ein Team. Ein Weg. Einmalig.“ oder „Tradition verpflichtet!“.

Es gibt auch eine Reihe bekannter Leitsätze aus der Geschichte. „Teile und Herrsche!“ ist ein bekanntes Beispiel, oder „Vereint stehen wir, getrennt fallen wir.“ Der Chef des preußischen Generalstabs Helmuth von Moltke soll etwa das Motto „Getrennt marschieren, vereint schlagen“ geprägt haben.

Gute Quellen für ein Motto findest du zum Beispiel im Internet. Zitatensammlungen und Bücher sind ebenfalls sehr gute Inspirationsquellen. Auch prägende Filmszenen können als Vorlage für einen passenden Leitspruch dienen. Du kannst dich auch von Kalendern inspirieren lassen, dein ganz eigenes Motto entwickeln oder ein bestehendes Motto für deine Zwecke abwandeln. Vielleicht willst du auch Freunde, Kollegen und Bekannte über ihr Motto befragen. Der positive Nebeneffekt der Suche ist, dass du dich durch die bewusste Beschäftigung mit einem Motto auch der Frage stellst, was du willst, was in dein Leben passt und wie du das kurz und prägnant formulieren willst. Mit jedem Motto betrittst du einen neuen Gedankenraum und das kann dich zu ganz neuen Erfahrungen und Erkenntnissen führen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Motto und einem Glaubenssatz?

Glaubenssätze sind uns in den meisten Fällen nicht bewusst. Es sind Feststellungen und Regeln, die wir über uns und die Welt getroffen haben. Sie definieren für dich, wie du glaubst zu sein und wo deine Grenzen liegen. Natürlich auch, wie andere Menschen und die Welt im Allgemeinen für dich funktioniert.

Im Gegensatz dazu ist ein Motto meistens ein bewusst gewählter Leitspruch. Ein Statement, nach dem du handeln willst. Ein Motto lässt sich einfach austauschen oder anpassen, während das mit einem Glaubenssatz in der Regel nicht so einfach ist. Aber jetzt wieder zurück zum Motto. Gehen wir die wichtigsten Motto-Arten der Reihe nach durch.

Das Lebensmotto

Vielleicht lebst du schon seit geraumer Zeit nach einem bestimmten Motto. Einer persönlichen Regel, die du irgendwann aufgeschnappt oder ausgesucht hast. Es kann auch vorkommen, dass du als Kind das Motto eines Erwachsenen übernommen hast, den du bewundert hast.

Wenn das bewusst passiert ist, dann kennst du dein Motto natürlich. Falls dir jetzt gerade keines einfällt, überlege in Ruhe und gehe dieser Frage nach. Vielleicht findest du heraus, dass schon sehr lange ein unbewusstes Motto eine zentrale Rolle in deinem Leben spielt. Ein gutes Lebensmotto kann eine Richtlinie für dein Verhalten sein. Aber im Laufe der Jahre veränderst du dich. Deine Persönlichkeit entwickelt sich. Es kann daher nicht schaden, dir anzusehen, ob dein aktuelles Lebensmotto noch zu dir passt. Vielleicht kommst du zu dem Schluss, dass es inzwischen längst überholt ist und du eigentlich ein anderes Motto leben willst. Dann mach dich auf die Suche nach einem neuen Leitspruch, der zu deiner aktuellen Lebenssituation passt und sich stimmig anfühlt.

Wenn du etwas dynamischer mit der Kraft eines Mottos arbeiten willst, dann kannst du dir natürlich auch einen Leitspruch für kürzere Zeiträume wählen. Im Folgenden will ich kurz auf den Einsatz eines Jahres– Monats-, Wochen- und Tagesmottos eingehen.

Das Motto des Jahres

Beginnen wir beim Jahresmotto. Sich eine Leitlinie für ein ganzes Jahr zu wählen, kommt wahrscheinlich am besten gegen Jahresende in Frage. Dein Jahresmotto kann sich dabei an einen Themenschwerpunkt orientieren, den du für das kommende Jahr setzen willst. Vielleicht ist es auch durch die Ereignisse und Erkenntnisse des abgelaufenen Jahres in dir herangereift. Wenn das kommende Jahr etwa ganz im Zeichen deiner Beruflichen Entwicklung stehen soll, oder wenn es um ein Thema in deiner Ausbildung geht, dann kannst du dir gezielt ein Motto aussuchen, das gut dazu passt. Natürlich kann dein Jahresmotto auch widerspiegeln, dass du neue sportliche Ziele erreichen, oder mit dem Mentaltraining durchstarten willst. Wenn du keinen besonderen Schwerpunkt setzen kannst oder willst, dann kannst du dir natürlich auch ein Motto wählen, dass sich für dich gut und stimmig anfühlt.

Das Motto des Monats

Wenn wir einen etwas kleineren zeitlichen Abschnitt wählen, gelangen wir zum Motto des Monats. Dreißig Tage sind schon ein besser überschaubarer Zeitraum. Wenn du deine Motivation mit einem Motto des Monats stärken willst, dann hast du damit die Möglichkeit, im Laufe eines Jahres unterschiedliche Mottos auszuprobieren und dir anzusehen, welche Wirkung sie auf dein Denken und Handeln haben. Dabei kann sich dein jeweiliges Motto des Monats zum Beispiel auch der jeweiligen Jahreszeit anpassen. Alleine die Tatsache, dass wir uns in der kalten und dunklen Zeit des Jahres meist ganz anders fühlen als im Frühling oder im Sommer, wenn die Tage hell, warm und lange sind und wir mehr Zeit draußen verbringen können, kann unser Motto beeinflussen. Gehen wir noch einen Schritt weiter und sehen wir uns ein Motto der Woche an.

Das Motto der Woche

Eine Woche ist eine Periode, die sich gut handhaben lässt. Es kann sehr viel Schwung und Motivation in dein Leben bringen, wenn du jede Woche ein frisches Motto in deinem Geist aktivierst. Am Ende der Woche ziehst du kurz Bilanz und reflektierst, wie es sich für dich angefühlt hat und welche neuen Einsichten du dadurch für dich gewonnen hast. Wenn du bemerkst, dass dich ein Motto besonders bestärkt oder inspiriert hat, dann mache es zu einem Favoriten in deiner Motto-Sammlung und aktiviere es bei passender Gelegenheit wieder.

Du kannst natürlich auch Monats- und Wochenmottos miteinander kombinieren. Dazu wählst du dir etwa ein Motto des Monats. Das wäre dann sozusagen das „Überthema“ des ganzen Monats. Dann definierst du dir jeweils ein Motto für jede Woche, wobei jedes Wochenmotto einen anderen Aspekt deines Monatsmottos darstellt. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du sehr vielseitig in ein Thema eintauchen willst. So kannst du einen Bereich sehr vielfältig erleben.

Das Motto des Tages

Wenn du täglich mit einem neuen Motto starten willst, dann kannst du mit einem „Motto des Tages“ experimentieren. Dazu kannst du dir z.B. Karten mit verschiedenen Leitsprüchen machen oder kaufen und dann täglich nach dem Aufstehen eine ziehen.

Dein Tag ist mit vielen Aufgaben gefüllt und du suchst nach Möglichkeiten, um dein Motto in deinem Bewusstsein präsent zu halten? Dann kannst du folgendes machen: wenn du ein wenig Geschick am PC hast, dann erstelle dir dein eigenes Hintergrundbild. Wähle dir dazu ein schönes, passendes Foto und schreibe dein Motto hinein. Einen solchen Hintergrund kannst du natürlich nicht nur am PC, sondern auch auf deinem Smartphone nutzen. Du kannst dir dein aktuelles Motto natürlich auch ausdrucken und am Arbeitsplatz oder daheim an einem gut sichtbaren Ort anbringen.

Zu guter Letzt muss ein Motto nicht immer einen bestimmten Zeitraum umfassen. Du willst z.B. ein bestimmtes Projekt starten – egal ob es sich dabei um etwas aus deiner Arbeit oder deiner persönlichen Entwicklung handelt. Oder du möchtest vielleicht etwas mental unter ein bestimmtes Thema stellen? Auch dafür eignet sich ein Motto sehr gut. Du siehst also, die Einsatzmöglichkeiten eines Mottos sind sehr vielfältig.

Es ist sinnvoll, nach einem festgelegten Zeitraum – etwa einer Woche oder einem Monat – über das verwendete Motto zu reflektieren. Dein mentales Trainingsbuch ist ein guter Ort, um Antworten und Erkenntnisse auf folgende Fragen festzuhalten:

  • Hat das Motto etwas in mir verändert?
  • Wie präsent war das Motto in meiner Achtsamkeit?
  • Welche Wirkung hatte das gewählte Motto auf mich?
  • Haben Menschen in meinem Umfeld unbewusst darauf reagiert?
  • Welche Erkenntnisse konnte ich daraus gewinnen?
  • Worin hat mich das Motto bestärkt?
  • Will ich es zu einer anderen Gelegenheit wiederverwenden? Wenn ja, unter welchen Umständen?

Wenn du gezielt mit der Kraft eines Mottos arbeiten willst, findest du entsprechende Vorlagen auf meiner Seite in meinem Download Bereich.

Welches Motto lebst du? Welches hast du für dich entdeckt und wie bereichert es dein Leben?

Ich wünsche Dir viel Energie und Inspiration für deine Lebensziele.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Schreibe einen Kommentar