Die Kraft von Commitments

Was genau ist ein Commitment, und welche Bedeutung hat es für das Mentaltraining? Der Begriff hat sich in den letzten Jahren immer stärker in unserem Sprachgebrauch etabliert und stammt aus dem englischen. Er bedeutet so viel wie „eine Verpflichtung eingehen“, sich zu etwas „bekennen“, für etwas „engagieren“, eine besondere „Hingabe“ zu etwas entwickeln, oder eine „Bindung“ aufbauen. Kurz gesagt – man geht eine Verbindlichkeit ein und erschafft Regeln, zu denen man sich selbst verpflichtet. Doch die Bedeutung und die Auswirkungen von Commitments reichen noch viel weiter.

Der Wert von Commitments

Für Unternehmen bedeutet es, dass sich ihre Mitarbeiter mit den Zielen und Werten der Firma identifizieren. Das kennzeichnet die innere Haltung der Angestellten und spiegelt sich im Verhalten und der Qualität der geleisteten Arbeit wider. Eine solche verinnerlichte Einstellung drückt sich in allen Handlungen und Taten der Mitarbeiter aus, sie wird sozusagen zum „Spirit“ des Unternehmens.

Doch nicht nur in der Wirtschaft hat es einen großen Wert, wenn sich jemand zu etwas „comittet“. Eine solche freiwillige Selbstverpflichtung ist ein starker Antrieb für alle Ziele, die du angehen willst. Es verleiht deinen Taten Kraft und trägt dazu bei, dass du mentale Stärke entwickelst.

Damit ist ein Commitment natürlich ein erstklassiger intrinsischer Motivator. Wenn du neugierig geworden bist, und mehr zum Thema Motivation erfahren willst, dann empfehle ich dir meinen Blog und Podcast zum Thema Motivation – das Feuer, das in dir brennt.

Aber zurück zum Thema. Commitments können ganz unterschiedlich aussehen und verschiedene Bereiche berühren. Du kannst zum Beispiel beschließen, dass du etwas ganz besonders gut machen willst – zum Beispiel, wenn du dir vorgenommen hast, der beste Forscher oder Arzt in deiner Stadt oder deinem Land zu werden. Oder ein Wegbereiter auf einem bestimmten Gebiet zu werden. Oder du vereinbarst mit dir selbst, dass du eine bestimmte Arbeit besonders gründlich oder schnell erledigen willst – dass du zum Beispiel die beste Qualität, oder das beste Service für deine Kunden bieten willst. Du kannst dich aber natürlich auch bestimmten ethischen Zielen verschreiben.

Sei mit deinem ganzen Herzen dabei!

Dein Commitment kann sich auch auf ein bestimmtes Verhalten beziehen – etwa, dass du immer pünktlich und verlässlich sein willst, dass du ein Versprechen, das du einmal gegeben hast, unter allen Umständen halten willst, oder dass du vielleicht grundsätzlich offen und flexibel mit allen Herausforderungen umgehen willst, die dir das Leben stellt. Egal was es ist – es hat stets einen ganz besonderen Wert für dich. Warum solltest du dich sonst freiwillig und mit ganzem Herzen einer Sache verpflichten?

Der Weg ist das Ziel

Gute Handwerker und Künstler haben das Ziel, sich stetig zu verbessern, sich zu übertreffen und herausragende Kunstwerke zu erschaffen. Sie beginnen mit einem Plan, einer Zeichnung, einem Stück Holz oder einem rohen Stein. Manchmal ist es auch eine genaue visuelle Vorstellung und alles, was dann getan wird ist nur mehr die Realisierung dieses Bildes. Künstler und Handwerker wissen, der Weg zum fertigen Kunstwerk ist hart, anstrengend und dauert seine Zeit. Aber das wird nicht als Mühsal empfunden. Ganz im Gegenteil. Jede gezeichnete Linie, jede Bewegung mit dem Schnitzmesser oder jeder Schlag auf den Meißel bringt den Künstler ein kleines Stück näher an seine Vision heran. Diese Freude und Faszination bei der Annäherung an das Ziel überwinden jede Anstrengung.

Der Weg ist das Ziel

Mit dieser Einstellung entstehen letztendlich außergewöhnliche Kunstwerke auf der Suche nach persönlicher Perfektion und Erfüllung. Das Erschaffen selbst macht Spaß. Der Wert des Erreichten wird auch daran gemessen, wieviel Einsatz dazu erforderlich war. Du wirst das vielleicht aus eigenen Projekten kennen: War der Einsatz groß, ist auch die Befriedigung und der Stolz auf das Erreichte groß, denn du weißt, was du hineingesteckt hast, um es zu erreichen.

Damit wird auch deutlich – ein Commitment kann nicht von außen erzeugt und bestimmt werden. Du musst es als wertvoll, wichtig und erstrebenswert für dich annehmen. Nur dann kann es wirken.

Entdecke dein Commitment

Wenn du jetzt für ein paar Augenblicke in dich gehst, wirst du vielleicht entdecken, dass du schon das eine oder andere Commitment in dir etabliert hast. Lebst du ganz bewusst nach bestimmten Regeln? Wenn das so ist, dann wird dir wahrscheinlich auch aufgefallen sein, dass du immer dann, wenn du mit deinen Commitments im Einklang handelst, eine tiefe innere Befriedigung, eine Freude und besondere Energie spürst.

Genau diese Energie kannst du dir für dein mentales Training zunutze machen. Denn egal, was du durch mentales Training verändern willst – wenn hinter jedem deiner mentalen Projekte ein ehrliches Commitment steckt, wirst du auf jeden Fall länger dranbleiben und schneller Fortschritte machen. Diese Art von gesundem Ehrgeiz wird dir helfen, Durststrecken zu überwinden und Erfolge als Bestätigung deines Weges zu sehen. Es ist das, was deinen Taten eine „Seele“ einhaucht.

Ein Commitment ist der Grund, warum du etwas tust.

Wenn du also etwas in deinem Bewusstsein in den Fokus nimmst, dann lasse dir ein wenig Zeit und gehe der Frage nach, in welcher Verbindung du dazu stehst. In manchen Fällen wird dich vielleicht der Wunsch nach Veränderung antreiben (Was kann ich noch lernen und erfahren?), oder die Neugierde (geht denn das?), oder schlicht der Wunsch, dich zu verbessern und zu übertreffen. Vielleicht ist es in manchen Fällen gar kein spezielles Commitment, sondern eher ein hoher Leidensdruck, der dich schließlich dazu treibt, etwas zu verändern. Obwohl…auch das könnte ein Bekenntnis zu dir selbst sein – dass du deine Situation verbessern willst.

Leider (oder zum Glück?) sind wir so gestrickt, dass wir einen triftigen Grund brauchen, um etwas zu tun. Wenn es unangenehme Situationen betrifft, so ist die Leidensfähigkeit recht unterschiedlich ausgeprägt. Wenn aber einmal eine bestimmte Grenze erreicht wurde, dann fällt oft der innere Entschluss, etwas zu verändern. Je später das geschieht, umso schwieriger wird es dann meist, weil man zu diesem Zeitpunkt ja schon sehr lange in eine schädliche Richtung gegangen ist. Aber zu spät ist es nie!

Commitments haben aber nicht nur für dich selbst oder für Organisationen einen starken Einfluss. Denn es hat spürbare Auswirkungen, wenn du mit Menschen zusammenarbeitest oder Freundschaften pflegst, die von unterschiedlichen Commitments geprägt sind. Menschen mit passenden Commitments können sich gegenseitig inspirieren und bestärken. Im umgekehrten Fall kann es zu unterschiedlichen Auffassungen kommen und dazu führen, dass es ordentlich „knirscht“ im Getriebe.

Entwickle neue „Superkräfte“

Aus dem bisher gesagten ist klar geworden – Commitments sind wichtig und wertvoll. Aber wie kannst du diese Kraftquellen für deine mentale Entwicklung anzapfen?

Lass zuerst einmal deine Fantasie spielen und frage dich: „was würde mir besonders Spaß machen?“

Du kannst die Entwicklung deiner mentalen Kräfte zum Beispiel wie den Erwerb einer neuen Superkraft behandeln. Was möchtest du gerne können? Und was würde es dir bringen, das zu beherrschen – also welche Folgen hätte es für dich und deine Entwicklung im Alltag, in deinem Beruf, oder im Sport? Damit bekommt eine Eigenschaft eine ganz persönliche Bedeutung.

Wenn ich zum Beispiel Gelassener werden will, dann ist mein Gewinn daraus, dass ich entspannter mit vielen Situationen umgehen kann, dass ich mich zurücklehnen kann, um in Ruhe meine nächsten Schritte vorzubereiten. Ich verliere keine Energie mehr mit Hektik, Nervosität oder sinnloser Grübelei. Das wirkt sich aber nicht nur auf mich aus. Denn dadurch, dass ich in Zukunft mehr Ruhe und Sicherheit ausstrahle, entspannen sich die Menschen in meiner Umgebung und gewinnen mehr Sicherheit. Am Ende profitieren alle davon.

Oder nehmen wir den Sport – wenn ich mehr Sicherheit bei der Ausführung bestimmter Bewegungsabläufe gewinne, oder meine Konzentration verbessere, dann verbessern sich auch meine Leistungen. Ich kann Störungen einfacher ausblenden und unter Druck meine beste Leistung abrufen.

Formuliere dein Commitment

Wenn du dir die positiven Gründe für dein mentales Trainingsvorhaben bewusst gemacht hast, dann versuche dieses Vorhaben in einem kurzen Satz zu formulieren. Ich bin sicher, dir fällt recht schnell eine griffige Formulierung ein, die es auf den Punkt bringt. Schreib dir deine Erkenntnisse und diesen Satz in dein mentales Trainingsbuch auf das Titelblatt für das neue Projekt, bevor du es startest.

Drücke deine Leidenschaft aus.

Damit hast du ein Bekenntnis abgegeben für deine Sache – und das fühlt sich sehr gut an, oder? Dieser Leitsatz hilft dir über Schwierigkeiten hinweg und lasst dich Rückschläge und Hindernisse besser überwinden. Wenn du willst, kannst du dir diesen Satz auch auf deinem Smartphone speichern, ihn mit einem passenden Bild unterlegen oder in deiner Brieftasche mit dir tragen. So kannst du immer wieder mal einen Blick darauf werfen.

Jetzt hast du deine Absicht formuliert und gute Gründe dafür gesammelt. Damit hast du dein Commitment zum Leben erweckt. Jetzt geht es nur mehr darum, die passenden Techniken und Methoden auszuwählen, dir ein gutes Konzept zu erstellen (wann, wo, wie und wie oft du mental trainieren willst). Unterteile alles in kleine, handliche Abschnitte und folge diesem Weg Schritt für Schritt bis an dein Endziel.

Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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