Das Denken lenken

Denken ist sinnvoll. Denken hilft uns, zu planen, zu entwickeln und zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Denken bereitet uns den Weg, um zu logischen Schlüssen zu kommen, kreative Lösungen zu entwickeln oder ganz neue Dinge zu erschaffen. Denken ist ein klarer Vorteil und wenn wir es nicht in wichtigen Augenblicken tun, haben wir meist das Nachsehen. Doch wie können wir lernen, unser Denken zu lenken? Denn nur allzu oft mach das Denken mit uns, was es will, nicht umgekehrt, oder?

Der Affe in unserem Kopf

Unser Denken kann auch unser größter Feind sein. Etwa dann, wenn wir zu falschen Schlüssen kommen, oder in unpassenden Gedankenmustern steckenbleiben. Um gut Denken zu können, müssen wir innerlich klar und fokussiert sein. Doch gerade das fällt ohne Training recht schwer. In wissenschaftlichen Studien hat man herausgefunden, dass unsere Achtsamkeit und unsere Gedanken etwa alle ein bis zwei zehntel Sekunden springen. So lange dauert etwa ein Lidschlag. Damit passieren diese Sprünge so schnell, dass wir uns dieser Abschweifungen in den meisten Fällen gar nicht bewusst werden. Während wir noch überzeugt davon sind, auf eine Sache konzentriert zu sein, hat unser Bewusstsein innerhalb von einer Sekunde bereits fünf kleine Ausflüge unternommen und ist anschließend wieder zu dem Objekt unserer Aufmerksamkeit zurückgekehrt. Es scheint nicht so, als wären wir der „Herr im Haus“ unserer Wahrnehmungen, oder?

Der Buddhismus hat dazu einen passenden Vergleich gefunden. Er nennt das untrainierte Bewusstsein den „Affengeist“. Gemeint ist damit auch die Stimme in unserem Kopf, die uns in innere Unruhe versetzt, uns antreibt und wild herumspringt. Von einem Gedanken zum nächsten, von Assoziation zu Assoziation, auf einem Gedankenbaum mit unendlich vielen Ästen. So wie Affen, die ständig in Bewegung sind, die lauter Unfug anstellen, von einem Ast zum anderen springen und einfach nicht stillhalten können.

Konzentration ist die Kunst, dort zu sein, wo man ist.

Andreas Tenzer

Wenn du dich ernsthaft der Meditation widmest, wirst du schnell feststellen – dieser „Affengeist“ ist kaum zu bändigen. Einfache Anweisungen, wie sich auf den Atem oder ein bestimmtes Objekt zu konzentrieren erscheinen schier unmöglich. Denn schon nach wenigen Augenblicken schweifen wir ab. Die Langeweile überwältigt uns und unser Bewusstsein begibt sich auf die Suche nach lohnenden Ablenkungen und Eindrücken. Unsere Konzentration tanzt mit uns, fliegt davon und spielt mit tausend Dingen, als hätte sie unsere Anweisung und unseren Entschluss zur Konzentration gar nicht verstanden. Immer wenn unser Geist an einem bestimmten Punkt sein soll, driftet er ab und ist woanders. Je achtsamer der Meditierende mit der Zeit wird, umso schlimmer scheinen die Abschweifungen zu werden. Doch das stimmt nicht ganz. Nicht die Ablenkungen nehmen zu, sondern unser Bewusstsein nimmt jetzt nur mehr davon war.

Wie kannst du also mit diesem unruhigen Geist umgehen? Wie kannst du dein Denken bündeln? Hier 7 Tipps für dich.

Tipp Nr. 1: Reduziere Ablenkungen

Finde heraus, welche Quellen dich ablenken. Musik im Hintergrund ist eine weit verbreitete Quelle für Ablenkungen. Schalte sie ab und gönne deinen Gedanken ein wenig Stille. Auch wenn es vielleicht ungewohnt ist zu Anfang – aber deine Konzentration wird merklich davon profitieren. Greifst du alle paar Minuten zum Handy? Dann verordne dir selbst mal eine Smartphone-Pause. Fang mit 15 Minuten täglich an und steigere den Zeitraum nach eigenem Ermessen. Natürlich gelingt das nur, wenn du dir bewusst machst, dass du dadurch nichts Wichtiges versäumst. Alles kann warten. Leg es zur Seite oder schalte es ab und gib deiner Konzentration damit den Freiraum, den sie braucht.

Tipp Nr. 2: Etabliere persönliche Rituale

Erschaffe dir ein einfaches Ritual, um „herunter zu kommen“. Das kann die angenehme Tasse Tee sein, die du in Ruhe trinkst, oder der kurze Spaziergang, der deinen Kopf frei macht. Das Ritual sollte einfach gehalten sein, sodass du es ohne großen Aufwand jederzeit durchführen kannst. Am Besten wäre es natürlich, wenn es dir auch noch Spaß macht oder zumindest angenehm ist. So machst du eine kleine Gewohnheit zum Auslöser für mehr Konzentration.

Tipp Nr. 3: Meditiere

Die Wirkung der Meditation ist seit Jahrtausenden bekannt und bewiesen. Die westliche Wissenschaft hat erst seit wenigen Jahrzehnten ernsthaft damit begonnen, ihre Wirkung zu erforschen. Entscheidend ist, dass du dranbleibst. Egal, welche Art der Meditation du praktizierst – tue es regelmäßig. Schon zwanzig Minuten täglich können dir helfen, deinen Geist zu schärfen und wirken sich positiv auf deine Wahrnehmung, Konzentration und Achtsamkeit aus.

Tipp Nr. 4: Trainiere deine Achtsamkeit

Du kannst im normalen Alltag ganz nebenbei deine Achtsamkeit trainieren. Wie? Ganz einfach. Nimm dir dreimal am Tag vor, jeweils 5 Minuten so konzentriert wie möglich bei dem zu sein, was du gerade tust. Egal ob es Essen, Hände Waschen oder Musik hören ist. Tue das, ohne es zu bewerten oder es in deinem Kopf zu kommentieren. Nimm einfach wahr. Wenn du das regelmäßig machst, schärfst du deine Konzentration und Achtsamkeit. Weite die Zeiträume deiner Achtsamkeitsübung später schrittweise aus, auf 10 Minuten, 15 Minuten usw. 

Tipp Nr. 5: Identifiziere dich nicht

Dein Gehirn produziert Gedanken am laufenden Band. Das ist seine Aufgabe. Im Schnitt sind es etwa 60-70.000 täglich. Störend werden die meisten davon erst, wenn du damit beginnst, sie wichtig zu nehmen und dich mit ihnen zu identifizieren. Du kannst ihnen ein wenig von ihrer Aufdringlichkeit nehmen, wenn du dir klar machst, dass sie ganz automatisch entstehen und wieder vergehen – wenn du sie nicht festhältst. Dann ziehen sie vorbei wie Wolken am Himmel. Wenn du dir das klarmachen kannst, dann gewinnst du eine wertvolle Distanz zu deinen Gedanken. Sie nehmen dich dann nicht mehr so stark in Beschlag und verblassen viel schneller. Techniken, um Gedanken sanft loslassen zu können, findest du in meinem Shop.

Tipp Nr. 6: Lass lästige Gedanken davontreiben

Stelle dir vor, wie du in der Natur an einem kleinen Bach bist. Sammle dort einige Blätter. Für jeden Gedanken, den du loslassen willst, eines. Jetzt gehe zum Bach, nimm ein Blatt zur Hand und stelle dir vor, wie ein Gedanke deiner Wahl in das Blatt „hineinfließt“. Lege es dann sanft auf die Wasseroberfläche und lasse es los. Sieh zu, wie es sanft vom Bach davongetragen wird, bis es aus deiner Sicht verschwunden ist. Damit lässt du diesen Gedanken los. Spüre, wie dich dieser Gedanke verlässt und verblasst. Wiederhole das mit den anderen Blättern, die du zuvor gesammelt hast und fahre damit fort, bis sich ein Gefühl der inneren Ruhe einstellt und du spürst, dass deine Gedanken merklich leiser geworden sind. Diese kleine Technik kann sehr befreiend wirken. Gerade dann, wenn du zum Grübeln neigst.

Tipp Nr. 7: Erschaffe dir ein passendes Mindset

Wie du mit deinen Gedanken umgehen willst, um dein Denken zu lenken, ist stark von deiner inneren Einstellung abhängig. Genieße die innere Stille. Denn du kannst die Abwesenheit deiner plappernden inneren Stimme bewusst als eine richtige Erholung empfinden. Etwa so, als würdest du in ein angenehmes, warmes Bad tauchen, um dich zu entspannen. Du gehst im Gedanken in einen anderen Raum und ziehst die Tür hinter dir zu. Die Geräusche (deine Gedanken) werden dadurch gedämpft oder bleiben einfach ganz draußen.

Das sind nur ein paar Beispiele, um zu zeigen, wie du dich deinem inneren Raum der Stille annähen kannst. Denn auch dein Denken darf einmal Pause machen. Mit dieser Einstellung gelingt es dir leichter, dein Denken zur Ruhe zu bringen. Wenn du dir so regelmäßig eine Auszeit in deinem Kopf gönnst, wirst du die klärende und entspannende Wirkung bald zu schätzen wissen.

Unser Denken ist ein mächtiges Werkzeug. Doch von Zeit zu Zeit braucht es Kontrolle und eine Auszeit, um dadurch wieder geschärft zu werden. Gehe Achtsam damit um und trainiere es. In meinem Shop findest du unterschiedliche Techniken, um deine Konzentration zu steigern.

Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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