Beziehungen beginnen im Kopf

Wir sind durch und durch soziale Wesen. Eine der Eigenschaften, die uns ausmacht ist, dass wir den Austausch zu Anderen suchen. Wir suchen den Dialog mit anderen Menschen nicht nur, wir brauchen ihn auch. Wir wollen uns unterhalten, gemeinsame Erlebnisse teilen, lachen, feiern, diskutieren und Nähe genießen. Erst durch unsere Mitmenschen werden wir auf uns selbst reflektiert und können daran wachsen. Andere Menschen können uns inspirieren. Ohne ein Gegenüber, das auf uns reagiert, können wir unsere sozialen Fähigkeiten nicht entwickeln. Was eine Reduktion des sozialen Miteinander in uns bewirkt, konnten wir alle während der letzten Monate durch die Corona-Krise, die Lockdowns und das Social Distancing eindrucksvoll am eigenen Leib erfahren.

Spezialisierungen in unserem Gehirn

Im Laufe der Evolution haben wir eine ganze Reihe spezieller Bereiche in unserem Gehirn für ein besseres Miteinander entwickelt. Etwa die sogenannten „Spiegelneuronen“. Die Ergebnisse dazu werden in der Forschung noch diskutiert, doch wie es scheint, helfen sie uns dabei, die Handlungen anderer Menschen besser nachvollziehen zu können. Wir können durch sie empathisch mitfühlen und uns in unser Gegenüber hineinversetzen.

Ein weiterer, spezialisierter Bereich in unserem Denkapparat ist der „Gyrus fusiformis“. Dieser Teil unseres Gehirnes ist auf die Erkennung von Gesichtern spezialisiert. Denn die Fähigkeit, blitzschnell die Stimmung und das Befinden unseres Gegenübers an seiner Mimik ablesen zu können, ist entscheidend für unser soziales Miteinander. Aber selbst, wenn du kein ausgewiesener Experte für die Wahrnehmung von Mimik bist, so trägst du zumindest eine grundlegende Ahnung in dir.

Wenn Du eine Person einmal nicht auf Anhieb wiedererkennst, dann sorgt der Gyrus fusiformis auch dafür, dass zumindest eine leise Ahnung entsteht „Den kenn´ ich doch von irgendwoher…“.

Du strahlst aus, wie du über andere denkst

Was hat Mentaltraining genau mit Beziehungen zu tun? Ganz einfach – was du über dich selbst und deinen Partner denkst, das strahlst du unbewusst auch aus. Was du denkst, das erschafft die Realität, in der du dich bewegst. Deine Gedanken bestimmen deine Verbindungen zu anderen Menschen. Du brauchst gar nicht darüber zu sprechen, ja es teilweise sogar nicht einmal bewusst erkennen – und trotzdem wirkt es! Die Botschaft kommt unterschwellig an. Lass mich das an ein paar einfachen Beispielen erklären.

Nehmen wir an, du willst bei deinem nächsten Gespräch mit deinem Chef eine Gehaltserhöhung herausverhandeln. Doch insgeheim bist du nicht davon überzeugt, dass du gute Arbeit leistest. Zweifel machen sich in dir breit. Hast du es wirklich verdient? Bist du gut genug? Vielleicht doch nicht…? Mit dieser inneren Einstellung wird dein Gespräch wahrscheinlich schief gehen, denn du wirst diese Zweifel ausstrahlen. Die Folge liegt auf der Hand – wenn du schon selbst nicht an dich glaubst – warum sollte es dein Chef dann tun?

Gehen wir einen Schritt zurück zum Kennenlernen. Mit welcher Einstellung lernst du andere Menschen im Alltag kennen und gehst auf sie zu? Dieses Mindset wird maßgeblich mitbestimmen, wie andere Menschen auf dich reagieren werden. Wenn du die Überzeugung lebst, dass du eine offene Persönlichkeit hast und dich darauf freust, andere Menschen kennenzulernen, wenn du regelrecht neugierig darauf bist, was du durch sie lernen kannst, dann wirst du als eine sympathische Persönlichkeit wahrgenommen. Die Folge davon – du wirst leichter Kontakte knüpfen und die Menschen werden dir offener und herzlicher begegnen.

Was du denkst, bist du.

Was du bist, strahlst du aus.

Was du ausstrahlst, ziehst du an.

Was du anziehst, bestimmt dein Leben.

Buddha

Neues Denken – neue Beziehungen

Das, was du über andere denkst, wird unterschwellig dein Verhalten beeinflussen. Trittst du einem Menschen offen und nicht wertend gegenüber, hast du die Möglichkeit, viele Aspekte seiner Persönlichkeit unvoreingenommen zu entdecken. Übernehmen dagegen Vorurteile die Führung, wirst du entsprechend reagieren und so den anderen ebenfalls zu entsprechenden Reaktionen veranlassen. Das beginnt bei deiner Körpersprache, deiner Art zu sprechen und deiner Stimmlage. Alles Botschaften deines Denkens. In diesem Fall kann es dir sehr schnell passieren, dass du mit einem Menschen in einer Situation landest, in die du eigentlich gar nicht hinwolltest, und die eurem gemeinsamen Austausch und eurer Verbindung nicht guttut.

Jede Beziehung zu einem Menschen nimmt ihren Anfang in deinem Kopf. Willst du also deine Beziehungen verbessern, beginne damit, dein Denken zu verändern. Das ist mentale Stärke, ganz praktisch im Alltag angewendet.

Denn deine Beziehungen sind geprägt davon, welche Bilder und Meinungen du über andere Menschen hast. Das beginnt schon mit dem ersten Eindruck und endet mit einer persönlichen Wertung.

Das Streben nach Ausgleich

Aber im Miteinander spielt noch eine andere Währung eine wichtige Rolle: Ausgleich. Wir alle streben stets unbewusst danach. Es hat sich als sozial sinnvoll erwiesen. Wir stehen ungern in der Schuld eines Anderen. Dieser Drang nach Ausgleich ist wie eine innere, unsichtbare Buchhaltung, bei der das soziale „Soll“ und „Haben“ laufend protokolliert wird.

Wie du mir – so ich dir!

Wenn dich jemand nett behandelt, wirst du das erwidern. Hilft dir jemand, wirst du ihn bei Gelegenheit ebenfalls unterstützen. Natürlich gibt es auch Menschen, die diese Regel bewusst oder unbewusst missachten. Zum Vorteil wird sich dieses Verhalten für die betreffende Person langfristig nicht entwickeln.

Natürlich kann unser Streben nach Ausgleich auch zur Manipulation benutz werden, indem jemand bewusst einen kleinen Gefallen tut, um anschließend eine bestimmte Gegenleistung einzufordern. Im Verkauf kann das eine Rolle spielen, denn nachdem ein Verkäufer geduldig auf deine Wünsche und Bedürfnisse eingegangen ist, und dir seine Zeit und Aufmerksamkeit in der Beratung gewidmet hat, fühlt es sich richtig mies an, wenn du dann nicht kaufst, oder? Noch schwieriger wird es dir wahrscheinlich fallen, „Nein“ zu sagen, wenn er dir zusätzlich noch einen kostenlosen Bonus oder ein Schnäppchen als Vorleistung angeboten hat. Jetzt noch den Kauf abzulehnen, fühlt sich nicht gut an, oder? Warum? Weil du nach Ausgleich strebst, und dazu tendierst, diese „Schuld“ durch deinen Kauf auszugleichen.

Im Miteinander spielen zwei Werte eine ganz besondere Rolle – Respekt und Fairness. Jeder Mensch möchte Respektiert werden. Wem Respekt entgegengebracht wird, der wird diesen Respekt auch erwidern. Was fair oder unfair ist, kann unterschiedlich empfunden werden. Aber egal, wie wir Fairness persönlich bewerten – man hat in sehr vielen Studien herausgefunden, dass Menschen sogar bereits sind, gravierende Nachteile oder Verluste in Kauf zu nehmen, um dem anderen unfaires Verhalten heimzuzahlen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Wenn dieses Konto nicht ausgeglichen ist, endet es oft in Eskalationen.

Mit deinem Denken öffnest du Türen zu deinen Mitmenschen, Vorgesetzten, Kollegen und Partnern. Wie diese Türen aussehen, bestimmst du selbst, mit deinen Gedanken. Wenn du neue Beziehungen etablieren willst, dann starte los und erschaffe dir durch gezieltes, mentales Training die Ausgangssituation, die du gerne haben willst. Du wirst schnell merken – das wird dein Leben nachhaltig verändern. Du willst deine Beziehungen grundlegend verändern? Dann nimm Kontakt mit mir auf.

Viel Erfolg!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.