Aber Morgen starte ich durch!

Du willst etwas verändern. Ein neues Ziel erreichen, ein Projekt beginnen, dich aus deiner Komfortzone bewegen. Wirklich. Ehrlich. Nur noch nicht heute. Morgen vielleicht. Oder übermorgen. Wenn die Bedingungen besser sind. Denn gerade jetzt passt es gar nicht. Prinzipiell wäre es ja möglich, wenn da nicht diese eine Sache wäre, die dazwischensteht.

Da ist dieses neue, wichtige Projekt, das gerade viel Zeit und Aufmerksamkeit verlangt. Wenn das vorbei ist, dann geht`s los! Oder Herausforderungen in deiner Beziehung. Die drängen auf Lösung, aber gleich danach wirst du beginnen. Oder der Stress in der Arbeit – wenn das vorbei ist, legst du los. Oder die Krankheit, die du gerade durchmachst. Sobald du dich erholt hast, bist du bereit. Oder die sozialen Probleme, die du gerade hast, oder…oder…oder…

Abwarten oder losstarten?

So wie dir geht es vielen, wenn sie beginnen, sich ernsthaft mit mentalem Training auseinanderzusetzen. Viele von ihnen tappen in diese verlockende Falle. Sie haben alle Möglichkeiten und lernen alle Methoden und Techniken, die sie benötigen, um Veränderungen in Gang zu setzen. Sie spüren schon bald die Wirkung, die das Training in ihnen auslöst. Aber dann hören sie plötzlich auf, werden passiv und warten auf bessere Bedingungen. Das ist eine bequeme Ausrede, um sich nicht mit Widerständen auseinandersetzen zu müssen. Natürlich zahlst du den Preis dafür. Du verlierst Zeit und lässt Möglichkeiten verstreichen.

Wenn du ernsthaft vorhast, etwas in deinem Leben zu verändern, dann wirst du vermutlich irgendwann früher oder später in diese Falle stolpern, die sich gerne unauffällig in deine Gedanken schleicht. Es gibt viele Menschen, die auf den perfekten Augenblick warten. Die Umstände, bei denen alles passt, damit sie losstarten können. Weil es in ihrem Leben gerade drunter und drüber geht.

Vielleicht hast du so – oder so ähnlich auch schon einmal gedacht. Wenn du auf den perfekten Moment wartest, muss ich dich leider enttäuschen – denn der wird nie kommen.

Im Leben regiert die Veränderung – und zwar ständig.

Schon morgen kann alles ganz anders sein. Bis zu deinem letzten Atemzug. Das ist Teil deiner Herausforderung. Du kannst ewig geduldig an der Bushaltestelle stehen und auf den richtigen Bus warten. Aber wenn du nie einsteigst, wirst du nicht vom Fleck kommen. Gute Gründe um zu warten gibt es immer genug – und jede Menge guter Ausreden auch.

Oder du tust etwas. Jetzt und Heute!

Heute oder Morgen?

Da fällt mir die Geschichte von zwei meiner Freunde ein. Beide wollten ihr Leben umstellen. Sie hatten sich vorgenommen, überschüssige Kilos zu verlieren, fitter zu werden und allgemein einen gesünderen Lebensstil zu pflegen. Beide standen gleichermaßen mitten im Berufsleben und hatten mit Stress im Alltag und diversen Verpflichtungen zu kämpfen.

Einer von beiden startete trotzdem mit der Umstellung, während der andere immer wieder verschiedene Ereignisse als Ausrede vorschob und auf bessere Zeiten wartete. Ein Jahr später hatten sich die Herausforderungen des Alltags für beide nicht verändert. Doch der Freund, der vor einem Jahr mit der Umstellung seines Lebens begonnen hatte, hatte inzwischen sein Ziel erreicht, erfolgreich 10 Kilo abgenommen und war weit besser in Form. Der andere hingegen hatte sogar noch 2 Kilo zugenommen und kämpfte unverändert mit gesundheitlichen Problemen.

Es gibt unzählige Beispiele von Menschen, die gerade unter schwierigsten Umständen herausragendes geleistet haben. Zwei Beispiele will ich dir hier zeigen.

Steinige Wege zum Erfolg

Matthias Lanzinger, ein ehemaliger österreichischer Skirennläufer erlitt einen schweren Unfall Im Super-G Weltcup 2008. Als Folge davon musste ihm sein linker Unterschenkel amputiert werden. Damit war seine Karriere als Profi-Schifahrer schlagartig beendet. Doch er gab nicht auf. Statt auf bessere Bedingungen zu warten, blickte er optimistisch in die Zukunft und plante sein Leben neu. Er nutzte alle seine mentalen Ressourcen und fokussiert sich sofort auf die Dinge, die ihm geblieben waren und die er erreichen wollte, statt auf das, was er verloren hatte. Er begann ein Studium und gewann 6 Jahre nach seinem Unfall zwei Silbermedaillen im Super-G und in der Super-G Kombination bei den Paralympics.

Oder der österreichische Tennisspieler Thomas Muster war bereits in den Top Ten der Welt, als ein schwerer Unfall am 1. April 1989 schlagartig alles veränderte. Ein Auto hatte ihn angefahren. Das Seitenband und Kreuzband seines linken Knies waren gerissen. Die Fortführung seiner Tenniskarriere wurde dadurch mehr als ungewiss. Aber Thomas Muster nahm die Herausforderung an. Bereits einen Tag nach seiner Operation startete er mit seinem Training. Mit einem Gipsbein kämpft er bis zum Umfallen. Dieser unglaubliche Kampfgeist wurde später eines seiner Markenzeichen. Er trainiert härter und intensiver denn je – unter starken Schmerzen. Aber Aufgeben war keine Option. Nur ein halbes Jahr später stand er wieder auf dem Platz. Nur neun Monate nach dem Unfall gewann er sein nächstes Turnier. Von da an startete er richtig durch. Schließlich gewann er die French Open in Paris und wurde zur Nummer eins der Welt. Die Bilanz seiner Karriere: 44 Turniersiege.

Wenn der Wind des Wandels weht,

bauen die einen Schutzmauern,

die Anderen Windmühlen

Chinesisches Sprichwort

Schau dir die Erfolgsgeschichte der bekanntesten und erfolgreichsten Menschen an, die leben – oder je gelebt haben. Dabei wird dir wahrscheinlich eines auffallen – das Leben war nicht nett zu ihnen. Sie hatten keine idealen Bedingungen. Sie kämpften mit Hoch`s und Tief`s. Sie überwanden Schwierigkeiten und Misserfolge. Aber egal, was passierte – sie wurden aktiv und handelten.

Wahrscheinlich kennst auch du Menschen, die Herausragendes geleistet haben unter widrigsten Umständen. Wofür bewunderst du sie? Dafür, dass sie unter idealen Bedingungen etwas erreicht haben? Oder dafür, dass sie Krisen und Rückschläge überwunden haben und selbst unter schwierigsten Umständen zur Hochform aufgelaufen sind?

Allen diesen Menschen ist eines gemeinsam – sie haben nicht gewartet – sie haben gehandelt und damit ihr Schicksal und ihre Zukunft in die eigenen Hände genommen. In guten, wie in schlechten Zeiten. Rückschläge habe sie stärker gemacht, indem sie nach neuen Wegen und Strategien suchten, um ihre Ziele zu erreichen.

Die schlechten Zeiten haben sie genutzt, um ihren Willen und ihre mentalen Kräfte zu stärken. In guten Zeiten haben sie die Früchte ihrer Erfolge genossen.

Die Denkfalle des „Wartens auf bessere Zeiten“ zu überwinden, ist eines der großen Erfolgsgeheimnisse, wenn es um Mentales Training geht. Dein bester Tag ist immer Heute. Also – egal was du tun willst – warte nicht auf den idealen Zeitpunkt – schaffe dir deine Umstände selbst. Du hast keine Zeit zu verlieren.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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